Geplanter Berlin-Auftritt

FDP und Union warnen Obama vor der Siegessäule

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Foto: MG LM**DC** / AP

Der geplante Berlin-Auftritt von US-Präsidentschaftsbewerber Obama sorgt schon wieder für Unmut. Politiker von Union und FDP monieren die Symbolik der Siegessäule am Großen Stern in Berlin. Diese sei schließlich von Hitler dahin gestellt worden. Obamas Büro bestätigte inzwischen den Auftrittsort.

Die geplante Rede von US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama vor der Siegessäule in Berlin sorgt für neue Kritik. Die Berliner Siegessäule sei von Adolf Hitler auf ihren heutigen Platz umgestellt worden und für den Diktator das Symbol deutscher Überlegenheit und siegreicher Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich gewesen, sagte FDP-Vize Rainer Brüderle der „Bild am Sonntag“. „Mir stellt sich die Frage, ob Barack Obama richtig beraten war, die Siegessäule als Rede-Ort für seine Visionen einer Welt der Zusammenarbeit zu wählen“, fügte er hinzu.

Die Säule erinnert an die Siege Preußens gegen Dänemark (1864), Österreich (1866) und Frankreich (1870/71). Sie stand ursprünglich in der Nähe des heutigen Reichstages. Im Zuge der Germania-Pläne zur Umgestaltung Berlins ließen die Nationalsozialisten die Säule 1938/1939 auf den Großen Stern verschieben und stockten sie um eine Etage auf.

Auch Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff (CDU) kritisierte die „unglückliche Symbolik“ des Redeortes. „Die Berliner Siegessäule auf dem Großen Stern ist dem Sieg über Nachbarn gewidmet, die heute unsere europäischen Freunde und Verbündeten sind“, sagte er der „BamS“.

Das Büro Obamas in Chicago bestätigte unterdessen offiziell die Pläne für die Rede. Sie findet damit in Sichtweite des Brandenburger Tors statt, wo Obama ursprünglich sprechen wollte. Nachdem Kanzlerin Angela Merkel ihr „Befremden“ über einen solchen Wahlkampfauftritt geäußert hatte, rückte Obama davon ab.

Der Auftritt an der Siegessäule wird frei zugänglich sein, allerdings ohne Taschen und Transparente. Der Senator als Illinois will sich nach Angaben seines Büros mit der historischen deutsch-amerikanischen Partnerschaft befassen sowie mit der Notwendigkeit, die transatlantischen Verbindungen zur Bewältigung der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu stärken. Die Tore an der Straße des 17. Juni am Brandenburger Tor öffnen um 16.00 Uhr. Deutsche Behörden gehen davon aus, dass die Rede gegen 19.00 Uhr beginnt.

( AP/AFP/apä )