Polizeieinsatz in Wedding

Erneut hochexplosive Substanz an Schule gefunden

Wieder ist an einer Schule in Berlin gefährliche Pikrinsäure entdeckt worden. Ein Chemielehrer hatte danach gesucht und war fündig geworden. Die Einrichtung musste geräumt werden. Erst vor wenigen Tagen war eine Schule in Charlottenburg evakuiert worden, weil die Substanz zu explodieren drohte.

Aufregung am letzten Schultag vor den Ferien: Am Diesterweg-Gymnasium in der Putbusser Straße im Bezirk Mitte fanden Lehrer bei einer Kontrolle des Chemieraumes gefährliche kristallisierte Pikrinsäure entdeckt worden. Pikrinsäure wird in flüssiger Form im Chemieunterricht eingesetzt. Die Substanz kristallisiert allerdings etwa bei Überlagerung und wird dann hochexplosiv.

Ein Lehrer hatte konkret nach der Substanz gesucht, nachdem erst am Freitag ein anderer Fall in Berlin bekannt geworden war. Der Pädagoge fand gegen 9.45 Uhr in einem verschlossenen Schrank eine 200-Milliliter-Flasche, in der sich etwa 50 Gramm kristalisiertes Pikrin befanden.

Die Schule – in der sich nach der Zeugnisausgabe am letzten Schultag vor den Ferien nur noch etwa 200 Schüler befanden – wurde geräumt, ein Fußballturnier auf dem Hof und in der Schule abgebrochen. Kriminaltechniker untersuchten vor Ort die gefundenen 50 Gramm. Auch Feuerwehr und Notarzt waren zur Sicherheit im Einsatz. Anwohner in nahen Häusern wurden nach den Worten eines Polizeisprechers aufgefordert, sich „von den Fenstern ihrer Wohnungen in hintere Räume zu begeben“.

Da die Flasche noch transportfähig war, brachten sie Spezialisten der Polizei in einem Sicherheitsbehälter mit einem Spezialfahrzeug zum Sprengplatz Grunewald. Damit war der Einsatz in der Schule gegen 13.40 Uhr beendet. Auf dem Sprengplatz wurden die Kristalle dann fachgerecht beseitigt.

Erst am Freitag hatte eine Lehrerin der Herder-Oberschule beim Aufräumen des Chemieraumes fünf Ampullen mit explosiver Pikrinsäure entdeckt. Sie alarmierte die Feuerwehr, die Schule, in der sich zu dem Zeitpunkt nur wenige Schüler befanden, wurde geräumt. Wenig später bestätigte ein Experte der Feuerwehr die große Explosionsgefahr, so dass die Westendallee zwischen Preußenallee und Oldenburgallee gesperrt und an die Schule grenzende Häuser geräumt wurden.

Der Transport der Chemikalie zum Sprengplatz Grunewald war wegen der Gefahr auch nicht mehr möglich. Deshalb nahmen Kriminaltechniker eine kontrollierte Sprengung der Substanz auf dem Schulhof vor.

Der Zwischenfall wird voraussichtlich keine Ermittlungen durch das Landeskriminalamt nach sich ziehen. „Hier hat niemand eine Straftat vorgehabt oder mutwillig und vorsätzlich eine Gefährdung für Leib und Leben anderer herbeiführen wollen“, sagte Polizeisprecher Bernhard Schodrowski. „Die Säure ist schlicht überlagert worden." Es müsse allerdings schulintern wird sicherlich darüber nachgedacht werden müssen, wie dies künftig vermieden werden könne.