Bildung

Wo Berlins beste Abiturienten zur Schule gehen

Zum zweiten Mal haben Berlin Schüler das Zentralabitur geschrieben, hatten also alle die gleichen Fragen zu bearbeiten. Dabei schnitten sie im Durchschnitt gut ab, sogar in Problemkiezen. Am besten waren die Schüler in Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf und Pankow.

Foto: Joachim Schulz / #

Die Ergebnisse des zweiten Berliner Zentralabiturs können sich sehen lassen. „Das war ein außergewöhnlicher Abiturjahrgang. Wir haben zum ersten Mal seit 1991 Schüler, die mit 1,0 abgeschnitten haben. Und zwar gleich fünf“, freut sich beispielsweise Ralf Treptow, Schulleiter des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums in Pankow. Seine Schule gehört mit einem Notendurchschnitt von 2,08 zu den Gymnasien mit den besten Gesamtergebnissen. Zu den Besten zählen auch das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Friedrichshain-Kreuzberg (2,15), die Evangelische Schule Frohnau (1,84), das Canisius-Kolleg (1,97) und das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster (2,00).

An der Spitze der Gesamtschulen stehen die John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf (2,31), die Gustav-Heinemann-Schule in Tempelhof-Schöneberg (2,46) und die Nelson-Mandela-Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf (2,10).

Insgesamt haben 14.311 Schüler an 166 Schulen in diesem Jahr in Berlin ihr Abitur abgelegt. Der Notendurchschnitt liegt bei 2,5 und ist damit genauso hoch wie im vergangenen Schuljahr. 174 Schüler erzielten in diesem Jahr die Traumnoten 1,0 und 1,1. Durchgefallen sind lediglich 763 Abiturienten. Die Quote der Nichtbestandenen beträgt 5,6 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es 5,5 Prozent.

Schulleiter Ralf Treptow, der auch Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren ist, führt das besonders erfolgreiche Abschneiden der Berliner Abiturienten auf die zentralen Prüfungen in Deutsch, Mathematik und Fremdsprache zurück. „Im Vergleich zu den Jahren vor der Reform haben die Schüler in diesen Fächern durchweg besser abgeschnitten“, sagte er.

Laut Treptow rehabilitieren die Ergebnisse dieses wie auch des vorhergehenden Jahrgangs das Berliner Abitur. „Es zeigt sich, dass wir den gleichen Standard haben und ebenso gute Absolventen wie die anderen Bundesländer“, so der Schulleiter. Es gebe deshalb keinen Anlass, an der jetzigen Form der gymnasialen Oberstufe irgendetwas zu verändern.

Abiturquote ist in Berlin hoch

Vor den Reformen, zu denen die Einführung der fünften Prüfungskomponente wie die der zentral geprüften Bereiche gehören, lag der Berliner Notendurchschnitt bei 2,7. „Möglicherweise haben wir den Schülern damals ein zu hohes Niveau zugemutet“, sagt Treptow. Gute Noten holten sich die Schüler im fünften Prüfungsfach, in dem sie eine besondere Arbeit vor Publikum präsentieren mussten.

Bei den Oberstufenzentren (OSZ) haben das OSZ Handel I in Kreuzberg mit einem Notendurchschnitt von 2,59 und das OSZ Informations- und Medizintechnik in Neukölln (2,61) am besten abgeschnitten. „Wir freuen uns natürlich besonders, dass gerade Schulen in Brennpunktregionen so erfolgreich waren“, sagte Pit Rulff, Sprecher der Leitungen berufsbildender Schulen in Berlin. Rulff lobte das Abschneiden der OSZ insgesamt. „Unsere Schüler starten erst in der elften Klasse und nicht schon in der fünften oder siebten Klasse wie an den Gymnasien“, erklärte er.

Wie schon in den vergangenen Jahren haben auch dieses Jahr 37 Prozent des Altersjahrgangs das Abitur abgelegt. Damit hat Berlin deutschlandweit eine hohe Abiturquote. Angestrebt werden bundesweit mindestens 40 Prozent.

Im Regionalvergleich liegen die Notendurchschnitte in sieben Bezirken bei 2,5 und damit im Landesdurchschnitt. Spandau und Neukölln haben einen Notendurchschnitt von 2,6; Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf und Pankow einen Durchschnitt von 2,4.