Anschutz-Arena

Die O2 World eröffnet am 10. September

Die EHC Eisbären, die Rockband Coldplay und der Dalai Lama haben bald etwas gemeinsam: Sie werden zu den ersten gehören, die die neue Arena O2 World an der Spree in Friedrichshain nutzen. Kurz vor dem Bürgerentscheid zu weiteren Bauvorhaben am Spreeufer, gab es jetzt nähere Informationen zur Eröffnung der Halle.

Berlins Sport- und Kulturszene erhält am 10. September ein neues Wahrzeichen. Dann eröffnet die größte Mehrzweckhalle der Stadt mit Namen O2 World nahe dem Ostbahnhof in Friedrichshain. In dem ovalen Bau unweit des Spreeufers werden bis zu 17.000 Besucher zu Sportereignissen, Konzerten und anderen Veranstaltungen erwartet, kündigte die Anschütz Entertainment Group als Bauherr an. Die 165 Millionen Euro teure Arena wird auch die neue Spielstätte für das Eishockeyteam der Berliner Eisbären und die Basketballer von Alba Berlin.

Die Halle soll vor allem mit technischen Highlights wie einem der weltgrößten LED-Bildschirme an der Fassade aufwarten. Der Innenraum der Arena, in den beispielsweise das Brandenburger Tor passen würde, kann innerhalb weniger Stunden für verschiedene Veranstaltungen umgebaut werden, zwei Stunden soll der Umbau von der Eisfläche zum Baskezballparkett dauern. Die Arena bringt nach Angaben des Betreibers rund 2000 neue Arbeitsplätze. Davon sollen allein 600 Mitarbeiter im Gastronomiebereich beschäftigt werden.

Als eine der ersten Veranstaltungen in der Halle ist im Internet für den 14. September bereits ein Spiel der Eisbären gegen Augsburg angekündigt. Einen Tag später spielt die Rockband Coldplay, am 19. Oktober will der Dalai Lama bei einem erneuten Deutschland-Besuch in der O2 World einen Vortrag halten. Mit bis zu 17.000 Sitz- und Stehplätzen wird die Halle aber nicht zu den größten in ganz Deutschland gehören. Die Veltins-Arena in Gelsenkirchen beispielsweise kann mehr als 50.000 Besucher fassen.

Gegen die Neuansiedlungen großer Investoren regt sich aber auch Widerstand – vor allem im benachbarten Kreuzberg. Kritiker fürchten, dass die zahlreichen kreativen Nutzer wie Galerien und Clubs den großen Unterhaltungsunternehmen weichen müssen. An diesem Sonntag sind rund 180.000 Friedrichshainer und Kreuzberger zu einem Bürgerentscheid aufgerufen. Die Initiative „Mediaspree versenken“ fordert darin ein Spreeufer für alle mit breiten Uferbereichen und Freiflächen. Die Abstimmung ist für das Bezirksamt aber nicht bindend.

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