Bundestagskandidatur

Ex-CDU-Fraktionschef Zimmer fällt durch

Die Niederlagenserie eines einstmaligen Hoffnungsträgers der Berliner CDU setzt sich fort: Nicolas Zimmer, früherer Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Berliner Abgeordnetenhauses, scheiterte überraschend klar beim Versuch, Bundestagskandidat in seinem Heimatbezirk zu werden.

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Nicolas Zimmer, der frühere Fraktionsvorsitzende seiner Partei im Berliner Abgeordnetenhauses, ist am Freitagabend bei der Abstimmung über seine Bundestagskandidatur gescheitert. Zimmer, wissenschaftspolitischer Sprecher der Parlamentsfraktion, erhielt nur 14 der 55 Delegiertenstimmen in Tempelhof-Schöneberg.

So rasant sein Aufstieg 2003 nach dem Rücktritt des Fraktionschef Frank Steffel auch war, so rasant ist nun sein Abstieg. 2006 nach der Abgeordnetenhauswahl war Zimmer chancenlos, als Friedbert Pflüger ins Parlament einzog, dann musste er auch den Kreisvorsitz abgeben.

Gewählt wurde Jan-Marco Luczak, 32 Jahre alter promovierter Jurist, der dem Ortsverband Lichtenrade vorsteht. Luczak erhielt im ersten Wahlgang gleich 31 Stimmen. Der dritte Kandidat im Bunde, Verkehrsexperte Rainer Ueckert, kam auf acht Stimmen.

Der CDU-Kreisvorsitzende Florian Graf sagte: „Die Partei steht absolut hinter dem Kandidaten. Wir werden nun versuchen, das Direktmandat zu erobern.“ Das hat die SPD-Politikerin Mechthild Rawert inne. Sie muss sich innerparteilich aber auch noch einem Gegenkandidaten stellen: dem Politikwissenschaftler Serge Embacher.

Die CDU hat mit Luczak nun bereits drei Direktkandidaten für die Bundestagswahl im September 2009 nominiert. Erster im Bunde ist für Reinickendorf der Kreischef Steffel. Am vergangenen Donnerstag folgte in Steglitz-Zehlendorf Karl-Georg Wellmann, der als einziger Berliner Christdemokrat 2005 ein Direktmandat für den Deutschen Bundestag gewann. In der nächsten Woche wird in Spandau der Bundestagsabgeordnete Kai Wegner gewählt werden, für Charlottenburg-Wilmersdorf geht der Landesvorsitzende Ingo Schmitt ins Rennen. Die Frauen-Union will in Lichtenberg Edeltraud Töpfer benennen. Weitere Aspiranten sind Gottfried Ludewig (Pankow), Niels Korte (Treptow-Köpenick), Monika Grütters (Marzahn-Hellersdorf) und Stefanie Vogelsang (Neukölln). Völlig unklar sind nur noch die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte.

Während sich der Szene-Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zwischenzeitlich mit Grütters schmücken wollte, arbeitet die Partei daran, CDU-Generalsekretär Frank Henkel im Landesparlament zu belassen. Würde in diesem Fall der Platz zur Europawahl 2009 an Mitte fallen, werden immer häufiger dafür zwei Namen genannt: Volker Liepelt, früherer Wirtschaftsstaatssekretär, und Joachim Zeller, langjähriger Bezirksbürgermeister in Mitte und Landesvorsitzender der Berliner CDU.