Geschichte

Ronald Reagan soll ein Denkmal in Berlin bekommen

"Mister Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!" Mit diesen beiden Sätzen begeisterte US-Präsident Ronald Reagan am 12. Juni 1987 am Brandenburger Tor Zehntausende West-Berliner. Jetzt kämpft sein Adoptivsohn für ein Denkmal, das in der deutschen Hauptstadt an den 2004 verstorbenen Politiker erinnern soll.

Foto: KOL KOL**FK** / AP

Michael Reagan, Adoptivsohn des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan, hat am Montag seine Pläne für ein Denkmal seines Vaters in Berlin vorgestellt. Auf einer Veranstaltung im Café Einstein an der Kurfürstenstraße, die von US-Journalist Don F. Jordan moderiert wurde, warb der US-Talkmaster für ein öffentlich sichtbares Andenken an seinen 2004 verstorbenen Vater. „Berlin und die Welt sollten sich erinnern, was mein Vater getan hat, um die Sowjetunion und die Mauer zu Fall zu bringen“, sagte er zu Beginn seiner Schilderungen über das Wirken seines Vaters als 40. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

„Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!“, hatte US-Präsident Ronald Reagan am 12. Juni 1987 von einem Podium am Brandenburger Tor Zehntausenden West-Berlinern zugerufen. Seine Berater im Außenministerium hätten ihm damals abgeraten, diese zwei Sätze zu sagen, berichtete der Sohn. Und obwohl sie im Redemanuskript vermutlich gefehlt hätten, habe sein Vater sie gesprochen. Sie seien ihm so wichtig gewesen. Zwei Jahre später fiel die Mauer tatsächlich.

Finanziert werden soll das Denkmal über die „Stiftung für das Erbe Ronald Reagans“, die der Sohn gegründet hat, um die Errungenschaften seines Vaters in Ehren zu halten. James V. Lacy, der die Stiftung betreut und aus Kalifornien angereist war, betonte, sie hofften, nun mit den Berlinern eine Diskussion zu beginnen, wie das Andenken Ronald Reagans – eine Statue, ein Denkmal, eine Büste oder auch eine Tafel seien vorstellbar – am besten gewürdigt werden könnte.

Als möglichen Standort nannte er den Platz, wo Reagan einst die Rede hielt oder auch den unmittelbar angrenzenden Tiergarten. Aber auch diese Frage sei offen und solle mit den Berlinern erörtert werden. Um gemeinsam mit der Bevölkerung für die Errichtung einer Ehrung Reagans zu werben, wurde ein deutscher Ableger der „Reagan Legacy Foundation“ gegründet.

Bei der CDU stößt Michael Reagans Vorschlag auf Zustimmung: „Ronald Reagan hat unbestreitbar viel für Deutschland geleistet“, sagte CDU-Generalsekretär Frank Henkel. Während US-Präsident John F. Kennedy, der 24 Jahre vor Reagan seine historische „Ich bin ein Berliner“-Rede vor dem Schöneberger Rathaus hielt, mit einer Gedenktafel am Ort des Geschehens geehrt wurde und einem Platz, einer Schule und einem Universitätsinstitut seinen Namen gab, erinnert in Berlin nichts an Reagan und seine berühmte Rede am Brandenburger Tor. Senatssprecher Richard Meng sagte auf Anfrage von Morgenpost Online: „Wir verfolgen die Diskussion. Noch gibt es keine Debatten in den Gremien.