Abgeordnetenhauswahl 2016

Berlin-Wahl: AfD-Kandidaten holen mehrere Direktmandate

In fünf Wahlkreisen holt die AfD Direktmandate. Einer der Kandidaten war früher in einer rechtsextremen Vereinigung aktiv.

Die AfD wird entsprechend dem Anteil ihrer Zweitstimmen nicht nur mit 25 Abgeordneten ins Abgeordnetenhaus einziehen. In fünf Wahlkreisen im Osten der Stadt konnten ihre Kandidaten auch Direktmandate erringen.

So setzte sich in Buch (Wahlkreis Pankow 1) Christian Buchholz mit gut 22 Prozent der Stimmen durch. In der AfD ist der 40 Jahre alte Betriebswirt ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Der „Berliner Zeitung“ sagte er, in Pankow eine gegen die AfD gerichtete „aufgewiegelte Stimmung“ zu spüren. Deswegen wolle er sein Bild nicht in der Zeitung sehen. Als gewählter Volksvertreter wird er sein Gesicht früher oder später doch zeigen müssen.

>>> Berlinwahlkarte 2016: So haben Ihre Nachbarn gewählt

In Adlershof / Altglienicke (Wahlkreis Treptow-Köpenick 3) gewann der Diplom-Ingenieur Frank Scholtysek für die AfD das Direktmandat. In Ahrensfelde (Marzahn-Hellersdorf 1) setzte sich Gunnar Lindemann durch. Im nördlichen Hellersdorf rund um die Landsberger Allee gewann die AfD-Kandidatin Jessica Bießmann.

>>> Berlin hat gewählt - So geht es jetzt weiter

Kay Nerstheimer stand vor Parteiausschluss

Die schillerndste AfD-Kandidat, der als Direktkandidat ins Parlament kommt, ist Kay Nerstheimer. Er gewann den Wahlkreis Lichtenberg 1 (Neuhohenschönhausen, Wartenberg und Falkenberg). Politisch aktiv war er schon vorher: 2012 kündigte Nerstheimer im Internet an, die laut Verfassungsschutz rechtsextreme „German Defence League“ zur Miliz ausbauen zu wollen.

>> Wählerwanderung in Berlin - Woher die Stimmen für die AfD kommen

Einige in der AfD dachten deswegen über einen Parteiausschluss nach. Doch dabei blieb es, passiert ist nichts. Parteisprecher Gläser begründete dies damit, dass Nerstheimers Engagement einige Jahre zurück liege. Der Verfassungsschutz habe die Vereinigung zudem erst 2013, also nach Nerstheimers Engagement, als rechtsextrem eingestuft.