Unter 20 Euro

Eine Begegnung mit der klassischen Meze-Kultur

Das „Kallas“ ist das alte „Nemesis“. Hier steht nicht mehr Urlaubsküche im Mittelpunkt, sondern die Meze, kleine Speisen. Das Angebot ist groß, das Essen nicht immer perfekt.

Foto: Picasa / Manuela Blisse

In der griechischen Restaurant-Szene Berlins tut sich was. Das „Ousies“ ist an den Bayerischen Platz gezogen, das „Nemesis“ wurde zunächst geschlossen. Jetzt hat es unter dem Namen „Kallas“ neu eröffnet. Da das Wirtsehepaar nach Griechenland zurückgekehrt, ist, führen die Tochter und der Schwiegersohn das Restaurant. Nun steht nicht mehr die typische Urlaubsküche im Mittelpunkt, sondern die Meze-Kultur.

Der Hintergrund: Griechen gehen gerne in Gruppen aus und ordern zahlreiche kleine Speisen namens Meze, die sie dann teilen. Rund 40 von ihnen stehen hier auf der Karte wie Oliven (vier Euro), Zaziki (3,90 Euro), Taramas (4,20 Euro) gebratene Sardinen (7,50 Euro) oder marinierter Oktopus-Salat (11,50 Euro). Als Hauptgerichte gibt es beispielsweise Garnelen in Knoblauch-Tomaten-Sauce (18,80 Euro) oder überbackenes Ofengemüse (8,60 Euro). Bei den Weinen werden hauptsächlich griechische Klassiker wie Retsina, Demestika, Samos und Naoussa (0,2 l ab 3,50 Euro) offeriert, genau wie einige französische und italienische Tropfen.

Das Angebot an vegetarischen Speisen ist für ein griechisches Restaurant verhältnismäßig groß. Wir probierten Dolmadakia, mit Reis gefüllte Weinblätter (4,30 Euro), und als Hauptspeise Keftedes Lachanikon, Gemüsebouletten mit Joghurtsauce und Salat (7,20 Euro). Beide Gerichte waren nicht die optimale Wahl. Die Weinblätter waren zu hart, die Bouletten wurden einen Tick zu lange frittiert. Doch der freundliche Service, die authentische Griechenland-Atmosphäre und die Erinnerung an vergangene Besuche lassen uns dieses Mal ein Auge zudrücken. Wir werden das neue, nach Maria Callas benannte, Restaurant wieder besuchen.

Kallas, Hauptstr. 154, Schöneberg, Mo., Mi.–Sbd. 16–24 Uhr, So. 12–22 Uhr