Unter 20 Euro

Karg und deftig – Die abendlichen Geheimnisse der Markthalle

In der „Zunftwirtschaft“ in Moabit, eine spartanische Speisehalle, lohnt sich ein Besuch: gute Hausmannskost, frisch geliefert von den Markthallen-Händlern nebenan und mit Raffinesse zubereitet.

Foto: bli

Abends, wenn die Stände schließen, offenbart die Arminiusmarkthalle ihre gastronomischen Geheimnisse. Das Alimentari e Vini macht mit Pizza und Ähnlichem glücklich, die Weinbar Thussi & Arnim bietet Flaschenpreise wie im Laden. Das Korkgeld zahlt man gern. Und dann wäre da noch die Zunftwirtschaft, die man über den Eingang an der Arminiusstraße erreicht. Die Speisestube ist karg, lediglich Aquarelle mit Küstenmotiven schmücken den Raum. Die Terrasse ist durch eine Hecke vom Bürgersteig getrennt, dort sitzt man recht ruhig.

Der Wirt steht hinter dem Tresen, ein Koch in der Küche: Das Zwei-Mann-Team hat sich der deftigen Küche mit Pfiff verschrieben. Die meisten Produkte werden direkt über die Händler in der Markthalle bezogen und auch sonst wird auf Produkt- und vielfach auch Rezept-Regionalität gesetzt.

Es gibt zum Beispiel Blutwurst mit Kartoffelpüree, Matjes oder Schweinesülze mit Bratkartoffeln, Griesflammeri und aktuell Elsässer Nudeln mit Spargel sowie Spargelsalat mit Dörrobst. Die Preise liegen zwischen 4,50 und 17,50 Euro, allerdings kosten nur wenige Gereichte mehr als zehn Euro. Erfreulicherweise steht hier auch das Bier aus der Brewbaker-Brauerei in der Nachbarschaft neben guten deutschen Weinen auf der Karte.

Wir bestellten Bouletten mit Kartoffelsalat und einen Wurstsalat mit fein-pikanter Senfvinaigrette. Die großzügigen Portionen kamen appetitlich angerichtet mit einem gut gefüllten Brotkorb auf den Tisch: Gute alte Hausmannskost, zubereitet mit Liebe zum Produkt und zum Detail. Wäre der Kartoffelsalat nicht kühlschrankkalt serviert worden, hätte es uns noch besser gefallen.

Zunftwirtschaft Arminiusstr. 2, Moabit, Tel. 71 57 68 62, Mo.–Sbd. ab 16 Uhr

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