120 Jahre U-Bahn

U-Bahnhöfe in Berlin - das sind die ältesten

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Die Berliner U-Bahn ist bereits 120 Jahre alt. Historische Postkarten zeigen die ältesten U-Bahnhöfe Berlins.

  • Die U-Bahn in Berlin ist bereits 120 Jahre alt.
  • Am 15. Februar 1902 hatte die erste Fahrt der Berliner U-Bahn stattgefunden.
  • Blick zurück: Historische Postkarten zeigen, wie prachtvoll die ältesten U-Bahnhöfe in Berlin einmal ausgesehen haben.

Berlin. Am 15. Februar 2022 war es genau 120 Jahre her, dass die erste U-Bahn durch Berlin gefahren ist. Es war damals die erste U-Bahn in Deutschland überhaupt. Die Tour führte vom Potsdamer Platz zum Zoologischen Garten, weiter zum – heute nicht mehr existierenden – Bahnhof Stralauer Tor und zurück zum Potsdamer Platz.

Wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) berichten, ging die Premiere am 15. Februar 1902 als „Ministerfahrt“ in die Verkehrsgeschichte ein. Der Grund ist, dass sich an Bord des Zuges zahlreiche preußische Minister befanden, unter anderem die Zuständigen für öffentliche Arbeiten sowie für Inneres. Die Bauarbeiten für die Strecke hatten zuvor etwa fünfeinhalb Jahre gedauert.

120 Jahre U-Bahn: Offizielle Eröffnung der Berliner U-Bahn erfolgte am 18. Februar 1902

Die offizielle Eröffnung für Fahrgäste erfolgte drei Tage später, am 18. Februar 1902, wobei zunächst nur der Teil zwischen Potsdamer Platz bis zum Stralauer Tor mit insgesamt acht Bahnhöfen in Betrieb ging. Neben diesen beiden Stationen waren das diese Stationen:

  • Möckernbrücke
  • Hallesches Tor
  • Prinzenstraße
  • Kottbusser Tor
  • Oranienstraße
  • Schlesisches Tor

Der westliche Bereich der Stammstrecke bis zum Zoologischen Garten folgte knapp einen Monat später, bis Ende des Jahres 1902 kamen noch Verlängerungen zu zwei weiteren Bahnhöfen – Warschauer Brücke (heute Warschauer Straße) und Knie (heute Ernst-Reuther-Platz) hinzu.

U-Bahn in Berlin: Streckennetz heute mehr als 155 Kilometer lang

Die Züge fuhren bereits vor 120 Jahren elektrisch, betont die BVG. Allerdings ging es nur auf einem Teil unterirdisch zu: Auf den meisten Kilometern der Strecke waren – beziehungsweise sind bis heute – die Züge auf einem Viadukt unterwegs.

Seitdem ist die Berliner U-Bahn deutlich gewachsen, inzwischen existieren in der Stadt 175 Bahnhöfe und das Streckennetz kommt auf eine Länge von 155,4 Kilometern. Zugleich, betont die BVG, befördere kein anderes Verkehrsmittel in Berlin mehr Fahrgäste. Fast 600 Millionen Fahrgastfahrten zählte die BVG vor der Corona-Pandemie bei der U-Bahn jährlich. Im Jahr 2020 waren es noch gut 370 Millionen, allerdings immer noch deutlich mehr als bei Straßenbahnen oder Bussen.

Produktion neuer U-Bahn-Wagen beginnt bald

Im Wandel ist die Berliner U-Bahn aber bis heute: In den kommenden Monaten beginnt die Produktion der nächsten Generation von U-Bahnzügen bei Stadler, erste Testfahrten soll es zum Jahreswechsel 2022/2023 geben. Zugleich laufen regelmäßig mal kleinere, mal größere Bauprojekte, „um das Geburtstagskind jederzeit fit für die Gegenwart und die Zukunft zu halten – und weiter wachsen zu lassen“, so die BVG.

Über diesen weiteren Wachstum wird in den kommenden Jahren entschieden: Der rot-grün-rote Senat hat sich in den Koalitionsvertrag geschrieben, Nutzen-Kosten-Analysen für fünf Verlängerungen geschrieben: für die U2 nach Pankow Kirche (Ossietzkystraße), die U3 nach Mexikoplatz und Anschluss zur S-Bahn, die U7 zum Flughafen BER sowie in die andere Richtung bis Heerstraße Nord und die U8 in das Märkische Viertel.

Die Analysen sollen zeigen, wo der verkehrliche Nutzen die Kosten überwiegt und für welche Ausbaustrecken damit Bundesmittel beantragt werden könnten. Auf Grundlage der Ergebnisse will die Koalition die Planungen weiter vorantreiben.