Neuer Bildband

Im Schatten der Mauer: Als die Zeit stillstand

Sieht aus wie aus einer sehr, sehr fernen Zeit, liegt aber gerade mal 33 Jahre zurück: Potsdamer Platz, Linkstraße und Areal mit Tempodrom. Eine Aufnahme aus dem Jahr 1985

Sieht aus wie aus einer sehr, sehr fernen Zeit, liegt aber gerade mal 33 Jahre zurück: Potsdamer Platz, Linkstraße und Areal mit Tempodrom. Eine Aufnahme aus dem Jahr 1985

Foto: Stiftung Berliner Mauer CH.Links Verlag

Das neue Buch "Am Rande der Welt" zeigt beeindruckende Aufnahmen der Mauer-Brache in West-Berlin.

Berlin. 28 lange Jahre trennte die Mauer die Stadt, aber im West-Berliner Alltag spielte der „Antifaschistische Schutzwall“, den die DDR-Regierung im Sommer 1961 errichten ließ, keine beherrschende Rolle. Er war ein Stück bitterer Realität, ein großes Ärgernis, aber irgendwann und irgendwie gehörte das Ding dann schließlich dazu. Es sorgte dafür, dass es richtig ruhige Ecken gab wie die Schlesische Straße kurz vor der gleichnamigen Brücke – heute ist die Gegend zwischen Kreuzberg und Treptow besonders abends ein pulsierendes Viertel. Und verschaffte dem Westteil der Stadt ein Alleinstellungsmerkmal, auf das viele gern verzichtet hätten: Aber wo in der Welt gab es im 20. Jahrhundert noch eine Stadt, um die sich – wie im Mittelalter – eine Mauer zog?

Im Berliner Ch. Links Verlag erscheint jetzt ein Bildband mit 75 Aufnahmen der Mauerbrache in West-Berlin. Der Band präsentiert rund 75 Fotografien von Margret Nissen und Hans W. Mende, die das Niemandsland an der Mauer und das Leben im Westteil dokumentieren. Essays von Janos Frecot, Stefanie Eisenhuth, Gerhard Sälter, Günter Schlusche, Manfred Wichmann, Ulrike Schuster und der beiden Fotografen runden das Bild ab, herausgegeben wurde

„Am Rand der Welt“, eine Veröffentlichung der Stiftung Berliner Mauer, von Gerhardt Sälter und Manfred Wichmann (128 S., 20 Euro), erschienen im Ch.-Links-Verlag, ISBN: 978-3-96289-002-5