Online-Händler

Weihnachts-Shopping: So schützen Sie sich vor Betrügern

Die Polizei warnt vor falschen Online-Shops und gibt Tipps für sicheres Einkaufen und Bezahlen im Internet.

Das Weihnachtsgeschäft läuft: Die Polizei warnt vor Betrügern im Internet.

Das Weihnachtsgeschäft läuft: Die Polizei warnt vor Betrügern im Internet.

Foto: Arno Burgi / dpa

Berlin. Der Online-Handel boomt, und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Dieses Geschäftsmodell nutzen aber auch immer mehr Betrüger. Für Kriminelle sei das Shopping im Internet, vor allem im Advent, ein lukratives Geschäft, warnte die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes am Dienstag. Dabei setzen die Betrüger auf die „Schnäppchengier“ der Verbraucher und die Arglosigkeit.

Durch seriös wirkende, aber gefälschte Verkaufsplattformen, sogenannte Fake-Shops, bringen die Betrüger Käufer um Waren und Geld. Laut Kriminalstatistik wurden 2018 bundesweit insgesamt 154.773 Fälle von Betrug mittels Internet festgestellt. Davon entfallen 35,3 Prozent auf den Warenbetrug. Das waren etwas mehr als 54.000 Fälle. In Berlin wurden laut Polizeistatistik 2018 mehr als 7300 Fälle angezeigt, bei denen im Internet bestellte Ware gar nicht oder in schlechter Qualität geliefert wurde.

Geschenke für Weihnachten online kaufen - Fake-Shops nicht immer leicht erkennbar

„Bei der digitalen Schnäppchenjagd sollte nicht nur der Preis entscheidend sein, sondern vor allem die Sicherheit“, sagte Harald Schmidt, Leiter der Polizeilichen Kriminalprävention. „Wir raten allen Online-Käufern zur Vorsicht. Fake-Shops sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen.“ Die Betrüger würden seriös wirkende Verkaufsplattformen kreieren, die oft nur an besonders niedrigen Preisen erkennbar seien. „Wir raten dazu, vor dem Kauf auf Preise, Bezahlwege oder das Widerrufsrecht zu achten.“

Betrüger verschicken nach der Bestellung entweder minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis. Oder aber sie liefern nach der Vorauszahlung die gewünschte Ware überhaupt nicht. Nach Angaben der Polizei existiere die angebotene Produktpalette überhaupt nicht oder die Betrüger täuschten Lieferschwierigkeiten vor, um Kunden daran zu hindern, bereits getätigte Überweisungen rückgängig zu machen.

Polizei Berlin rät: Geschenke für Weihnachten auf Rechnung kaufen

Die Polizei rät unter anderem zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen: Bei extrem niedrigen Preisen ist Skepsis angebracht. Das könnte ein Hinweis auf einen Fake-Shop sein. Wichtig seien sichere Zahlungswege auf der Plattform, der Kauf auf Rechnung sollte bevorzugt werden. Sind persönliche Daten an den Online-Shop zu übermitteln, sollte grundsätzlich eine sichere Internetverbindung (https) genutzt werden.

Wird man Opfer eines Betruges, sollte die Polizei eingeschaltet werden. Experten empfehlen auch, sich vor einem Online-Kauf bei der Verbraucherzentrale Informationen über den Händler einzuholen. Ein anderer Weg ist, den Namen des Shops in eine Suchmaschine einzugeben. So können negative Erfahrungen anderer Kunden herausgefunden werden.

Der Kauf auf Rechnung kann vor Betrug durch Fake-Shops schützen, so die Polizei. Bereits getätigte Überweisungen können auch noch kurzfristig rückgängig gemacht, beim Lastschriftverfahren bereits vorgenommene Abbuchungen noch einige Tage danach storniert werden. Es wird zudem geraten, beim Online-Kauf keine Zahlungsdienste wie Western Union oder Paysafecard zu nutzen.

So kaufen Sie sicher für Weihnachten im Internet ein:

  • Verzichten Sie auf Spontankäufe. Vergleichen Sie Preise, vor allem auch bei Anbietern vor Ort.
  • Vorsicht bei extrem niedrigen Preisen. Das könnte ein Hinweis auf einen Fake Shop sein.
  • Achten Sie auf sichere Zahlungswege auf der Online-Plattform. Bevorzugen Sie den Kauf auf Rechnung.
  • Achten Sie grundsätzlich auf eine sichere Internetverbindung (https), wenn Sie persönliche Daten an den Online-Shop übermitteln.
  • Wenden Sie sich an die Polizei, wenn Sie vermuten, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind.

Weitere Informationen finden Sie auch bei der Beratung der Polizei