Weihnachtsshopping

Was die Berliner am liebsten schenken

Die Einzelhändler sind zufrieden mit dem ersten verkaufsoffenen Adventssonntag. Berliner schenken viel und gern.

Sonntagsshopping in der Friedrichstraße.

Sonntagsshopping in der Friedrichstraße.

Foto: Sergej Glanze

Berlin. Das Tempo in den Einkaufsstraßen war ruhiger an diesem zweiten Advent. Die Geschäftigkeit der Woche hatten die Menschen hinter sich gelassen, es wurde mehr gebummelt als gehetzt. Dennoch zeigten sich die Berliner Einzelhändler nach diesem ersten verkaufsoffenen Sonntag im Advent zufrieden.

Viele Kunden hätten sich zwar erst einmal nur beraten lassen, sagt der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen. Aber es sei auch gekauft worden. „Gut gingen neben Textilien vor allem Bücher, Schmuck, Spielzeug und Technik.“ Seit ein paar Jahren würden auch Gutscheine immer beliebter. „Das hat den Vorteil, dass die Kunden zweimal kommen.“

Berlin läuft damit dem deutschlandweiten Trend entgegen. Denn das Weihnachtsgeschäft hat in anderen Regionen des Landes bislang nur schleppend begonnen, wie der Handelsverband Deutschland mitteilte. Für die noch verbleibenden zwei Wochen ist der Verband aber optimistisch.

Dieser Optimismus passt zu den Ergebnissen einer Befragung der Berliner Sparkasse, die der Berliner Morgenpost exklusiv vorliegt. Nach dieser Erhebung, für die 1015 Berliner befragt wurden, plant jeder achte Berliner etwas mehr Geld als im vergangenen Jahr für Weihnachtsgeschenke auszugeben. Die Mehrheit, nämlich 58 Prozent, habe den gleichen Betrag wie im Vorjahr für Präsente veranschlagt. 2017 zeigten sich die Berliner weniger spendabel, damals wollten nämlich nur 43 Prozent das Geschenke-Budget auf dem Niveau des Vorjahres halten. Nicht einmal jeder Fünfte will weniger Geld ausgeben, 2017 wollten das noch 29 Prozent.

Reisen und Theaterkarten oben auf der Wunschliste

Passend zur offenbar gestiegenen Kauffreude hat sich auch die Höhe des Budgets leicht erhöht. Knapp ein Drittel schätzt, bis zu 100 Euro für Weihnachtsgeschenke auszugeben. 52 Prozent will zwischen 100 und 500 Euro investieren, im vergangenen Jahr waren es noch 46 Prozent. Sieben Prozent haben sogar noch mehr Geld eingeplant. Nur elf Prozent der Befragten sagen, dass sie gar kein Geld ausgeben werden – im vergangenen Jahr waren es noch 16 Prozent. Bei Männern ist diese Haltung übrigens stärker verbreitet als bei Frauen, bei älteren Menschen mehr als bei jüngeren.

Dass Frauen lieber einkaufen als Männer überrascht nicht. Auch, dass sie ein anderes Zeitmanagement beim Geschenkekauf zeigen, ist nicht verwunderlich. Nach der Sparkassen-Untersuchung kaufen nämlich mehr Frauen (17 Prozent) schon in der ersten Jahreshälfte Geschenke ein als Männer (zwölf Prozent). Die wiederum shoppen häufiger auf den letzten Drücker, also in der Woche vor Weihnachten oder sogar noch an Heiligabend. 16 Prozent der Männer machen das, doppelt so viele wie Frauen. Die meisten Frauen kaufen allerdings in den Herbstmonaten die Geschenke, die Männer dann im Advent.

Als Gegentrend zum stärker ausgeprägten Shopping gibt es in diesem Jahr allerdings auch mehr Weihnachtsmuffel. Demnach will jeder elfte Befragte aus Prinzip überhaupt keine Geschenke besorgen. 2017 boykottierte nur jeder 20. Befragte den Weihnachtsrummel. Überhaupt sind die Sachgeschenke für viele Berliner zweitrangig. Wichtiger ist für die Hälfte von ihnen die Zeit mit der Familie. Und 42 Prozent gaben an, dass für sie die Bedeutung von Weihnachten überhaupt gesunken sei und dass sie im Grunde genommen das Fest ignorieren wollen. Das ist ein deutlicher Zuwachs, denn im Vorjahr sagte das nicht einmal jeder Dritte.

Der Wunsch nach mehr Zeit mit den Lieben spiegelt sich auch im Ranking der Wünsche. Ganz oben auf der Wunschliste stehen nämlich Reisen, Karten für Theater, Konzert oder eine andere Kulturveranstaltung und eine Einladung zum Essen. Der Urlaubswunsch führte bereits 2017 das Ranking an. In diesem wie im Vorjahr würde sich fast jeder zweite Befragte über eine Reise freuen. Die Karte für eine Kulturveranstaltung wünschen sich heute 28 Prozent, 2017 waren es noch zwölf Prozent. Die Beliebtheit einer Essenseinladung hat sich von 14 auf 28 Prozent verdoppelt.

Fast jeder Dritte bekommt nicht das, was er sich wünscht

Auch ein Geldgeschenk kommt in diesem Jahr bei 27 Prozent der Befragten gut an und ist damit genauso populär wie Bücher. Mode und andere Sachgeschenke wie Wein oder CDs sind hingegen weniger willkommen Selbst die Klassiker Parfüm und Schmuck wünschen sich nur 15 bzw. elf Prozent der Befragten. Weit abgeschlagen auf den letzten Plätzen des Wünsche-Rankings stehen mit jeweils fünf Prozent Sportgeräte und Möbel.

Wunsch und Wirklichkeit stimmen wie so oft im Leben aber bei den Weihnachtsgeschenken nicht immer überein. 44 Prozent sagen, dass sie meistens das bekommen, was sie sich gewünscht haben, bei 31 Prozent trifft das nur teilweise oder gar nicht zu.

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