2016: Wo Berliner Gründer punkten

Wieder einmal sind die Tage der Trend-Propheten angebrochen, die in die Kristallkugel der Start-up-Szene schauen und voraussagen, was die Innovat

Wieder einmal sind die Tage der Trend-Propheten angebrochen, die in die Kristallkugel der Start-up-Szene schauen und voraussagen, was die Innovatonsbranche im kommenden Jahr zu bieten hat. Auf dem internationalen Parkett wird viel über Virtual-Reality-Brillen wie Oculus Rift oder Samsung Gear VR spekuliert, die samt dafür geschriebener Software in diesem Jahr auf den Markt kommen werden. Fred Wilson (Union Square Ventures) jedenfalls glaubt nicht an einen Durchbruch, so lange keine natürlichere Art für den Konsum von virtueller Realität in Form von 360-Grad-Video gefunden worden ist, als sich diese monströsen Apparate auf die Nase zu setzen. Auf der Investoren- sowie Teilhaberseite geht unterdessen die Angst vor so genannten „Down Rounds“ beziehungsweise „Haircuts“ um, der Abwertung vor Unternehmen wie im Fall des Geolocationdienstes Foursquare, dessen Wert gut informierten Branchendienste zufolge gerade einmal mehr als halbiert hat, oder die durch Kursrutsch vermasselten Börsengängen wie im Fall des Bezahldienstleisters Square oder des Cloudanbieters Box. Das ist schlecht für Angestellte, die Teile ihres Gehalts in Unternehmensbeteiligungen erhalten, und schlecht für das Klima in der Gründerszene.

Kommt 2016 das Ende der Unicorn-Ära?

Fraglich wann dieser Virus Berlin infiziert. Thomas Grota (Telekom Ventures) spricht gar vom Ende der Unicorn-Ära (Als Unicorns werden Unternehmen mit einer Marktbewertung über einer Milliarde US-Dollar bezeichnet). Tröstlich nur, dass wir in Berlin kaum Unicorns haben. Viel ernster zu bewerten ist allerdings der dahinter stehende Zweifel am Fortbestand der immerzu nach oben weisenden Bewertungsspirale von Unternehmen und den damit höher werdenden Hürden für Start-ups, Wachstumskapital zu sammeln.