Biotech-Start-up Cosinuss gewinnt Innovationspreis mit Ohrsensor

Co-Founderin Grete Kreuzer zeigt den innovativen Ohrsensor, der die Körperinnentemperatur, die Pulsfrequemnz und den Sauerstoffgehalt des Blutes

Das Münchner Biotech-Start-up Cosinuss hat in Berlin den Innovationspreis der Stiftung der deutschen Wirtschaft für Arbeit und Beschäftigung gewonnen. Der Sensor, der wie ein Hörgerät ins Ohr gesteckt wird, misst den Puls, den Sauerstoffgehalt des Blutes und die Innentemperatur des Körpers. Die ermittelten Daten werden via Low-Energy-Bluetooth übertragen – zum Beispiel auf ein Smartphone.
Entstanden ist die Idee bei der Dissertation des Gründers Johannes Kreuzer im Jahr 2008. Im Jahr 2011 wurde das Start-up gegründet und Mitte 2012 auch ein Business Angel gefunden. Insbesondere die Möglichkeit, den Sauerstoffgehalt des Blutes mobil und in Echtzeit zu messen, ist eine bahnbrechende Innvovation für Sportmediziner, Schlaf- und Gehirnforscher, sagt Greta Kreuzer. „Für Leistungssportler im Training ist es wesentlich angenehmer, unser Gerät zu tragen, als einen Pulsgurt umzuschnallen.“ Zur Zeit werden die Geräte als Prototypen zum Preis von 2500 Euro vor allem an Forscher verkauft. Kreuzer erwartet, dass der Preis in der Serienproduktion sinken wird. Denn das Gerät ist nicht nur ein Messwerkzeug für Forscher. Es könnte auch ein Gebrauchsgegenstad für Sportler werden und damit ganz im Trend der Smart Activity Tracker (wie das Nike FuelBand, der Fitness-Tracker Fitbit Flex oder die Waage Withings) liegen. Als nächstes sollen Lautsprecher in den Sensor eingebaut werden. „Das öffnet dem Nutzer die Möglichkeit, Biofeedback zu erhalten“, sagt Grete Kreuzer. Dann könnte eine Stimme den Marathon-Läufer warnen, wenn sein Herz zu schnell schlägt oder der Sauerstoffgehalt des Blutes sinkt. Denkbar ist auch, dass eine Smartphone-App beim Training die Daten überträgt, speichert oder auswertet. Erste Anwendungsmöglichkeiten wurden bereits getestet: In der Telemedizin etwa kann der Arzt in seiner Praxis bei einem Patienten zu Hause Daten erheben. Auch bei Tests von Funktionskleidung wie Unterwäsche und Parkas wurde es verwendet. Ein weitere Einsatzfeld war die Hyperthermik-Therapie. Auch im Arbeitsschutz ist der Cosinuss-Ohrsensor einsetzbar: bei Feuerwehrleuten, Hochofenarbeitern und Kühllageristen etwa, die extremen Temperaturen ausgesetzt sind. http://www.cosinuss.com

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