Wagniskapital

Investitionsbank erzielt zweithöchstes Ergebnis seit 1997

Die Beteiligungsgesellschaft der Berliner Förderbank hat 2016 junge Berliner Unternehmen mit insgesamt 15 Millionen Euro gefördert.

Der Hauptsitz der Investitionsbank Berlin

Der Hauptsitz der Investitionsbank Berlin

Foto: Moritz Vennemann / picture alliance / Moritz Vennem

Die Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin (IBB) behauptet sich als einer der größten Wagniskapitalgeber in Berlin. Sie hat im vergangenen Jahr 43 Unternehmensfinanzierungen mit einem Volumen von 105 Millionen Euro angeschoben und dabei aus Eigenmitteln 15 Millionen Euro investiert. Das ist ihr zweithöchstes Ergebnis in 20 Jahren.

"Wagniskapitalinvestitionen sind ein sichtbarer Beleg für die Substanz und das Wachstumspotenzial der ansässigen Start-ups", sagte der Staatssekretär der Wirtschaftsverwaltung, Christian Rickerts, am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichtes. Berlin sei die Hauptstadt des Wagniskapitals in Deutschland.

Start-up Barometer von Ernst&Young

Das belegen Zahlen der Unternehmensberatung Ernst & Young, die halbjährlich ihr Start-up-Barometer veröffentlicht. Im europaweiten Städteranking vereinigen die drei Hotspots Paris, London und Berlin den Großteil der Finanzierungsrunden auf sich.

2016 lag bei der Zahl der Finanzierungsrunden Paris (300) knapp vor London (291). Berlin (220) folgt mit einigem Abstand. Neben Berlin sind München (56) und Hamburg (40) auf den Rängen fünf und acht in den Europa-Charts vertreten.

London, Stockholm und Paris geben mehr Geld

Beim Investitionsvolumen fiel Berlin vom ersten auf den vierten Rang zurück. Während die Top 3 – London, Stockholm und Paris – 2016 jeweils etwas höhere Investitionsvolumina als im Vorjahr verzeichneten, ging die Investitionssumme in Berlin um 52 Prozent zurück. Diese Entwicklung ist allerdings Deals des Essenslieferdienstes Delivery Hero aus dem Jahr 2015 im dreistelligen Millionenbereich geschuldet.

Die IBB-Beteiligungsgesellschaft fördert seit 20 Jahren junge Berliner Firmen. Dabei trotzte sie zwei Krisen – sowohl der Dotcom-Blase, die 2001 platzte, als auch der Finanzkrise 2009, wie IBB-Chef Jürgen Allerkamp sagte. Die Förderbank hat jungen Unternehmen seit 1997 in Konsortien mit Partnern 1,25 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden 190 Erst- und 380 Folgeinvestments getätigt.

2017 schon vier neue Beteiligungen

Die Portfoliounternehmen seien im Jahr 2016 stark gewachsen, sagte Allerkamp. Die Zahl ihrer Mitarbeiter stieg um elf Prozent auf 2767, ihr Umsatz um 46 Prozent auf 467 Millionen Euro. Dies, obwohl die Zahl der Firmen um sechs gefallen ist. "Berlin ist nach wie vor ein spannender Ort für Gründer und Investoren", sagte Marco Zeller, Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft.

Einiges spreche dafür, dass sich die positive Entwicklung von 2016 im laufenden Jahr fortsetzt. So seien bereits fünf Folgefinanzierungen und vier neue Beteiligungen abgeschlossen worden, hieß es weiter. Sehr erfreulich sei auch, dass das Berliner Geothermie-Start-up "Geo En" an die Gasag verkauft worden sei.

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