Telekom

Neuer Paketbutler für Zalando-Sendungen

Zalando-Kunden müssen sich um die Zustellung ihrer Pakete nicht mehr sorgen. Der neue Paketbutler der Telekom nimmt rund um die Uhr Lieferungen entgegen. Die neue Faltkiste wird jetzt in Berlin erprobt.

Foto: Jürgen Stüber

Die Deutsche Telekom hat gemeinsam mit der Firma Feldsechs, dem Logistik-Unternehmen DHL und dem Mode-Onlinehändler Zalando eine mobile Lösung für die Annahme von Paketen entwickelt. Der Paketbutler soll Anfang 2015 erprobt und dann auf dem Markt eingeführt werden. Das Pilotprojekt wurde anlässlich des M2M-Tages der Telekom in Berlin präsentiert. Die Abkürzung M2M steht für die Kommunikation von Maschine zu Maschine. Beim M2M-Tag präsentierten mehrere Unternehmen ihre Konzepte.

Der Paketbutler ist eine zusammengefaltete Kiste. Der Kunde legt sie auf die Fußmatte vor die Wohnungstür, wenn er ein Paket erwartet oder ein Paket zurückschicken will. Der Paketbutler ist mit einer Lasche diebstahlsicher an der Wohnungstür gesichert und kann nur mit einem Chip vom DHL-Boten und dem Empfänger geöffnet werden.

Ein Mobilfunk-Modul in der Kiste sendet eine SMS-Nachricht an den Empfänger, wenn ein Paket hineingelegt beziehungsweise herausgenommen wird. Zum Öffnen und Schließen der Kiste wird die NFC-Technologie verwendet. Dabei handelt es sich um einen drahtlosen Funkstandard, bei dem Daten übermittelt werden.

200 Zalando-Kunden testen den Butler

Der Paketbutler wird als Pilotprojekt im ersten Quartal 2015 in Berlin mit 200 Kunden des Modehändlers Zalando getestet. Die Kiste soll nach Markteinführung knapp hundert Euro kosten. Möglicherweise werde es auch Mietmodelle geben, hieß es bei der Präsentation.

Der Butler wird zunächst exklusiv mit DHL-Paketen bestückt. Ob später weitere Carrier und andere E-Commerce-Unternehmen an dem von der Telekom patentierten Konzept teilhaben werden, ist noch offen. Der Telekom gehe es um den Ausbau von Wertschöpfungsketten, sagte Dirk Backofen, Marketingchef des Unternehmens.

Mehr Bequemlichkeit für Onlinekunden

„Wir haben uns gefragt, was dem Onlineshopping fehlt, um ein perfektes Erlebnis zu werden, sagte Reimer Hintzpeter, dessen Unternehmen Feldsechs den Butler unter Telekom-Lizenz herstellt. „Das Grundbedürfnis nach Bequemlichkeit schließt die Zustellung ein.“

Bequemlichkeit sei der Schlüssel zum Erfolg von E-Commerce, findet auch DHL-Geschäftsführer Thomas Ogilvie. Er will den „magischen Moment der Paketübergabe nach Bedürfnis des Konsumenten orchestrieren“. Die 2001 eingeführten Pakstationen, von denen es inzwischen 2700 gibt, seien ein erster Schritt gewesen. Mit dem Paketbutler habe man nun eine Lösung für die 25 Millionen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gefunden.

David Schröder, Logistik-Chef bei Zalando, freut sich über die neue Box. „So können wir unseren Kunden eine innovative und komfortable Möglichkeit zur Paketannahme anbieten, über die auch Retouren ebenso bequem verschickt werden können.“

Strype – Digitales Siegel für Wertsachen

Als weiteres Beispiel für M2M-Technologie präsentierte die Telekom Strype: Gemeinsam mit ihrem Partner Ingram Micro Strype hat das Unternehmen ein elektronisches Alarm-Siegel entwickelt. Die Lösung besteht aus einer Sendeeinheit, einem neuartigen Klebestreifen sowie einer App. Der elektrisch leitfähige Klebestreifen wird an dem zu sichernden Objekt befestigt und mit dem Sender verbunden. Wir der Streifen zerrissen, schlägt der Sender Alarm. Strype könne Ferienhäuser, Dachgepäckboxen, Werkzeuge von Handwerkern und Tatorte sichern, heißt es bei Ingram.

Bag2Go – Reisekoffer mit GPS-Sender

Bag2Go ist ein intelligenter Koffer mit eingebautem Mobilfunk-Modul, das regelmäßig ein GPS-Signal mit seiner Position sendet. Der Reisende kann die Position seines Koffers stets per App verfolgen. Bei dem Projekt haben die Telekom-Tochter T-Systems, der Flugzeughersteller Airbus und die Koffermarke Rimowa kooperiert. Der Nutzer checkt seinen Koffer per App bei seiner Fluggesellschaft ein. Auf dem Display des Koffers erscheint der Barcode, der das Gepäckstück weltweit identifiziert. 26 Millionen Koffer jährlich erreichen ihren Bestimmungort nicht planmäßig, nennt Bag2Go ein Argument für die neue Anwendung.

Die Machine-to-Machine-Kommunikation gehört für die Telekom zu den strategischen Prioritäten der nächsten Jahre. Laut OECD soll die Zahl der vernetzten Geräte von heute rund 5 Milliarden bis 2020 auf 50 Milliarden ansteigenden.