Smart Home

Google-Tochter Nest kommt nach Europa

Die Haustechnik mit dem Smartphone steuern: Das von Google für drei Milliarden Dollar gekaufte US-Unternehmen Nest drängt mit vernetzten Thermostaten und Rauchmeldern auf den europäischen Markt.

Foto: AFP

Die Nest Labs bauen ihr Geschäft mit vernetzten Thermostaten und Rauchmeldern in Europa aus. Wie Mitgründer Matt Rogers auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin sagte, sollen die Geräte Ende des Monats in 400 Shops in Frankreich, Irland, Belgien und den Niederlanden erhältlich sein. Wann die Expansion auf den deutschen Markt geplant ist, sagte Rogers nicht.

Die NestLabs bieten zwei Produkte an: einen Thermostat und einen Rauchmelder. Der Thermostat wird mit einem Smartphone über das Internet gesteuert und lernt das Verhalten des Nutzers. Durch das Absenken der Temperatur lassen sich nach Herstellerangaben 20 Prozent Energiekosten sparen. Das Drehen der Temperaturskala genüge zum Programmieren des Geräts.

Der Rauchmelder verfügt über eine Sprachsteuerung in Landessprache, die über eine Gefährdung informiert und Evakuierungsratschläge gibt. Ferner sendet das Gerät im Notfall einen Alarm an das Smartphone.

Google hatte Nest im März 2014 für mehr als drei Milliarden Dollar gekauft. Im Jahr 2010 war Nest noch eine kleine Garagenfirma in Palo Alto (Kalifornien). Rogers und sein Mitgründer Tony Fadell hatten die Vision, den Heizungsthermostat neu zu erfinden, ihn mit dem Netz zu verbinden und damit Energie zu sparen.

Hohes Energiebewusstsein in Europa

Rogers begründete die Expansion auf den europäischen Markt mit den hohen Energiekosten in Europa und dem Bewusstsein seiner Bürger, Energie zu sparen. Der Heizungsthermostat steuere 50 Prozent der in einer Wohnung verbrauchten Energie. Die Technologie seines Unternehmens habe innerhalb eines Jahres in den USA zwei Milliarden Kilowattsunden Energie eingespart, was dem Verbrauch von 180.000 Haushalten entspreche.

Ferner verwies Rogers auf die Möglichkeiten, mit Rauchmeldern Leben zu retten. Nur zwei Prozent der Haushalte in Frankreich seien mit Rauchmeldern ausgestattet, 600 bis 800 Menschen würden dort jährlich duch Vergiftungen mit Kohlenmonoxid sterben. In Frankreich müssen Wohnungen ab 2015 mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Auch das mag ein Grund für den Start der Plattform im Nachbarland sein.

Rogers versicherte, europäische Datenschutzvorschriften zu respektieren. „Wir sammeln keine Daten, wir verkaufen Produkte“, sagte er auf der IFA. Der Datenschutz ist insofern von Bedeutung, als die App Profile von Personen erstellen kann. Denn sie weiß, ob der Nutzer zu Hause ist oder nicht.

Nest erzielte in Europa bereits beachtliche Erfolge. Die Plattform ist in Großbritannien aktiv. Die Zahl der Vertragsinstallateure sei dort von 200 auf 900 gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Ferner habe Nest Partnerschaften mit Energieversorgern geschlossen, von denen die Geräte angeboten werden.