Fubalytics

Videoanalyse für Fußball-Amateure wie bei den Hertha-Profis

Videoanalyse wie bei den Fußball-Profis – das bietet das Internetportal Fubalytics Amateur- und Jugendmannschaften. Auch die Amateure von Hertha BSC und VfL Wolfsburg benutzten die Plattform.

Foto: Jürgen Stüber

Mit Hilfe der Video-Plattform Fubalytics können Amateur- und Jugendmannschaften ihre Fußballspiele analysieren. Gründer Alexander Bitzke stellte sein Start-up beim Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) vor, wo er auf ein sachkundiges Publikum traf.

170.000 Jugend- und Amateurmannschaften gibt es in Deutschland, „ein weitgehend unbeachteter Markt“, wie Bitzke sagt. Sie tragen an jedem Wochenende während der Saison 40.000 Spiele aus. Dabei werden 10.000 Videos aufgenommen und auf Plattformen wie YouTube oder Vimeo hochgeladen.

„Diese Videos sind eine Schatztruhe“, sagt der Gründer. Nicht nur die Videos, die irgendwo im Internet herumliegen, nutzt das Start-up. Fußballklubs können eigene Aufnahmen vom Camcorder oder auch der Handykamera hochladen. Das Unternehmen bietet Vereinen auch Kameras an, die an den Flutlichtmasten der Stadien installiert werden. Dann werden Spielvideos automatisch auf die Plattform geladen und online archiviert. Trainer und Spieler müssen nicht mehr Kisten voller DVD mit sich herumtragen. Sie können die Analyse-Videos im Internet ansehen und in soziale Netzwerke teilen.

Online-Archive für jeden Spieler

Bitzke bietet Trainern und Spielern die Möglichkeit, ihre Spiele mit Hilfe solcher Videos zu analysieren. Mit einem elektronischen Stift werden wichtige Elemente hervorgehoben. Einzelne Spielaktionen lassen sich aus den Filmen herauslösen und den Spielern mit so genannten Tags zuordnen. Anschließend wird das Material online archiviert, so dass eine Dokumentensammlung für einzelne Spieler entsteht.

„So erhalten Vereine ein Videoarchiv aller Spiele und eine Datenbank mit den Videosequenzen aller Spieler“, sagt Bitzke. „Spieler lassen sich dann von der U11 bis zur U23 beobachten“, erklärt der Gründer. „Möglich sind demnächst auch Compilations, die alle Tore eines Spielers zeigen.“

Profi-Nachwuchs nutzt Fubalytics

Fubalytics startete 2011 als Ausgründung der Freien Universität. Seitdem haben die Gründer an ihrem Analyse-Tool gearbeitet und namhafte Vereine als Partner gewonnen: Die Nachwuchsmannschaften von Hertha BSC, des VfL Wolfsburg und von FC Energie Cottbus nutzen bereits die Fubalytics-Software.

Das Start-up verkauft sein Videoanalyseprogramm in verschiedenen Paketen. 14,90 Euro kostet die Basisversion pro Monat, 149 Euro das erweiterte Paket. Für das nächste Jahr sind Internet-Liveschaltungen von Amateurspielen geplant. Fubalytics will ferner Medienpartner und Sponsoren gewinnen. Zu seinen weiteren Plänen sagte Bitzke, das Programm solle demnächst auch in Großbritannien angeboten werden. Zum Testen gibt es eine Gratis-Version.

Später auch Basketball und Handball

Denkbar sei ferner, die Videoanalyse für Hand- und Basketballspiele anzubieten. Doch das scheiterte bislang an den Kosten. Das Unternehmen, das ein Exist-Gründerstipendium und eine Seedfinanzierung durch einen Business Angel erhalten hat, arbeitet wirtschaftlich. Bedingt durch die laufende Expansion will Fubalytics nach Bitzkes Worten spätestens im Jahr 2015 die Gewinnschwelle (Break Even) überschreiten.