Neuer Accelerator

Wie Microsoft aus Gründern erfolgreiche Unternehmer macht

Der Elektronikkonzern Microsoft hat zwei starke Partner für seinen neuen Start-up-Accelerator in Berlin gefunden: den Hightech-Gründerfonds und den Frühphasen-Investor Seedcamp.

Foto: Ulf Bueschleb www.ulfbueschleb.c / Microsoft

Microsoft kooperiert mit den Frühphasen-Investoren Hightech-Gründerfonds (HTGF) und Seedcamp beim Aufbau seines Berliner Start-up-Accelerators. Dabei handelt es sich um einen Raum für junge Internetunternehmen, in dem sie finanziell unterstützt und von Mentoren beraten werden sowie an der Entfaltung ihrer Ideen arbeiten können.

Die beiden neu gewonnenen Partner des Elektronikkonzerns sollen bei der Auswahl der Start-ups helfen, die in das Accelerator-Programm von Microsoft aufgenommen werden. Es haben sich bereits 150 Gründerinitiativen beworben, wie Stephan Jacquemot, Leiter des Accelerator, sagte. Zehn bis zwölf Start-ups werden am 11. November in das Dachgeschoss der neuen Unternehmensrepräsentanz Unter den Linden einziehen und werden dort vier Monate lang arbeiten. Die Bewerbungsfrist endet am 6. Oktober.

Der Hightech-Gründerfonds, der bereits seit acht Jahren in Start-ups investiert, wird durch die Zusammenarbeit in den Räumen von Microsoft eine eigene Anlaufstelle in der Hauptstadt erhalten. Auch Seedcamp wird die Repräsentanz nutzen. Während der HTGF die Räume nutzen wird, um den Kontakt zu interessanten Gründern zu pflegen, wird Seedcamp die Büroflächen seinen Start-ups als gemeinschaftliche Arbeitsräume zur Verfügung stellen.

Seedcamp Week kommt von London nach Berlin

„Für uns und unsere Start-ups ist die Partnerschaft mit Microsoft eine einmalige Chance“, erklärt Philipp Möhring, Principal von Seedcamp. Sein Unternehmen wird die Veranstaltung Seedcamp Week im November in der neuen Microsoft-Repräsentanz veranstalten. Anlässlich dieses Events werden sich mehrere Hundert Gründer, Investoren und Branchenexperten in Berlin treffen.

Seedcamp ist derzeit in London aktiv, wo der Frühphasen-Investor seit 2007 mehr als 100 Start-ups gefördert hat. Mehr als 30 von ihnen waren so erfolgreich, dass sie Anschlussinvestitionen erhalten haben. Pro Jahr unterstützt das Unternehmen 20 bis 25 Start-ups, wobei der Schwerpunkt auf Internet und Mobile liegt.

Microsoft zahlt Start-ups bis zu 250.000 Dollar

Auch Microsoft unterstützt sein mehreren Jahre junge Internetfirmen. Im Rahmen des Bizspark-Programms können Start-ups seit fünf Jahren kostenfrei Software des Unternehmens nutzen. 70.000 Start-ups haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. 119 Unternehmen weltweit haben am Microsoft-Ventures-Programm teilgenommen, bei dem Microsoft bis zu 250.000 Dollar pro Start-up investiert.

Als Mentoren des Accelerators für die jungen Unternehmen hat Microsoft unter anderem Tim Schumacher, den Gründer und Ex-Vorstandschef des Marktplatzes für Internetadressen, Sedo AG, den Unternehmer und Investor Frank Thelen (Dokumenten-App doo) und Stefan Menden gewonnen, den Gründer des Last-Minute-Reiseportals JustBook.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.