Yoopies

Serienerfinder startet ein Facebook für Babysitter

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Jürgen Stüber

Foto: Yoopies

Nanny gesucht? Web-Plattformen helfen Eltern, Babysitter zu finden. Nun geht in Berlin Yoopies an den Start – und will ein Facebook für Babysitter werden. Andere Portale sind eher konventionell.

„Die Suche nach dem geeigneten Babysitter ist nicht leicht, denn die Ansprüche sind hoch“, sagt Dimitri Visnadi, Direktor von Yoopies Deutschland. Eltern wollen ihr Kind nur qualifizierten und vertrauenswürdigen Personen anvertrauen. Und was ist da besser als eine Empfehlung von Freunden.

Hier hat sich das soziale Netzwerk Facebook bewährt. Nutzer können mit „Gefällt mir“-Klicks und Kommentaren ihre Meinung sagen. Das macht sich Yoopies zu Nutze. Nannys können sich mit ihrem Facebook-Profil einloggen und ihre Dienste anbieten und den Stundenlohn festlegen sowie Belege über ihre Qualifikation und Referenzen hinzufügen.

Wenn Eltern sich einloggen, sehen sie Angebote in ihrer Nähe. Nach erbrachter Dienstleistung haben sie die Gelegenheit, Babysitter in ihrem Freundeskreis über Facebook zu empfehlen. Für befreundete Eltern können diese Informationen wertvoll sein.

Mundpropaganda ist glaubwürdig

Mundpropaganda hat sich als Marketing-Methode bewährt. Denn dem Urteil eines Freundes glauben Menschen eher als Aussagen der Werbung. Große Konzerne setzen seit Jahren auf diese Methode und nutzen erfolgreich Netzwerke, um gute Nachrichten über ihre Produkte oder Dienstleistungen mit niedrigen Kosten zu verbreiten.

Das Portal Yoopies entstand vor einem Jahr in Frankreich und expandierte nach Italien und Spanien. Nun ist Deutschland an der Reihe, wo sich bereits mehr als 2000 Babysitter registriert haben. Benjamin Suchar hat Yoopies zusammen mit Jessica Cymerman im Jahre 2011 gegründet.

Cymerman hat einige Jahre im französischem Radio und Fernsehen gearbeitet. Heute ist die junge Mutter von drei Kindern Journalistin und Autorin des Buches Serial-Mother. Suchar war er als Analyst und Investor für die Unternehmen Windeln.de und Mister Spex tätig. Im Jahre 2010 hat Benjamin Suchar in Paris das Mobil-App CheckMyMetro gegründet, welches mehr als 100.000 Mal runtergeladen worden.

Monatsgebühr fürs Eltern geplant

Zur Einführung ist die Plattform noch kostenfrei. Später sollen Nannys gegen eine Gebühr ein verifiziertes Profil anlegen können. Von Eltern soll nach einer Einführungsphase eine Monatsgebühr erhoben werden, mit der sie den Dienst unbegrenzt nutzen können. Demnächst soll der Dienst – wie bereits in Frankreich – auch als iPhone-App zur Verfügung stehen.

Yoopies ist nicht das einzige Berliner Portal für Babysitter-Dienste. So bietet etwa Babysitter-Express rund um die Uhr und auch kurzfristig seine Dienste an. Seit sieben Jahren habe die Agentur 4500 Kinder betreut, heißt es auf der Website des Unternehmens. Als Referenzen werden zahlreiche Hotels, Unternehmen und Institutionen genannt.

VIPs nehmen die Nanny mit auf Reisen

40 ausgewählte Nannys arbeiten für das 2005 von Jennifer Sommerer gegründete Unternehmen. „Sie müssen Lust auf die Arbeit mit Kindern haben und entsprechende Erfahrungen mitbringen“, sagt Jennifer Sommerer. Ihr Unternehmen betreut Eltern aus der ganzen Welt, darunter auch VIPs, die nach Berlin kommen oder den Babysitter auf Auslandsreisen mitnehmen wollen.