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In Sotschi auf Medaillen-Jagd

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Foto: imago sportfotodienst / imago/Sven Simon

Olympische Winterspiele 2014 zwischen Bergen und Palmen: Eishallen und Schneekanonen im Urlaubsort am Schwarzen Meer.

Trubel ist am Frankfurter Flughafen nichts Besonderes. Am Dienstag aber war dort noch mehr los als sonst. Reporter und Kameraleute tummelten sich auf dem Gelände. Sie wollten dabei sein, als sich eine Gruppe Sportler auf den Weg nach Russland machte. Die Athleten gehören zum deutschen Team für die Olympischen Winterspiele 2014. Die Wettkämpfe haben am 7. Februar in der Stadt Sotschi begonnen.

Die Ski-Rennfahrerin Maria Höfl-Riesch freute sich, dass so viele Leute gekommen waren. „Ist doch schön, dass alle so begeistert sind und mitfiebern“, sagte die 29-Jährige. Sie war schon bei den letzten Winterspielen dabei – und holte sogar zwei Goldmedaillen. So erfolgreich sein wie bei den vergangenen Spielen, ist das Ziel für alle deutschen Sportler bei den Winter-Spielen in Sotschi.

Mindestens 30 Medaillen sind das Ziel

Vor vier Jahren hatten die Deutschen 30 Medaillen gesammelt. So viele sollen es nun auch wieder werden. Mindestens. Das gab der Deutsche Olympische Sportbund vor den Spielen bekannt. Für die Medaillen-Jagd hat der Sportbund mehr als 150 Sportlerinnen und Sportler ausgewählt, die mit nach Sotschi reisen. Das sind etwa genau so viele wie bei den letzten Winter-Spielen in Kanada. In allen 15 Sportarten, die in Sotschi auf dem Programm stehen, werden Athleten aus Deutschland antreten. Super Chancen auf Medaillen haben wie immer die Rodler.

Die Jüngste im deutschen Team ist die Ski-Springerin Gianina Ernst. Sie ist erst 15 Jahre alt und macht diesen Sport schon seit zehn Jahren. Schon bei anderen Wettbewerben hat Gianina überrascht und belegte vordere Plätze. Mal sehen, was bei den Olympischen Spielen unter den Weltbesten für sie drin ist.

Dass in Sotschi Olympische Winterspiele stattfinden, war auch eine Überraschung, denn eigentlich machen viele Russen in dem Badeort am Schwarzen Meer Sommerurlaub, liegen am Strand und sonnen sich. Im Hintergrund ragen hohe Berge in den Himmel.

Sechs große Hallen für die Wettkämpfe auf dem Eis

Momentan geht es in Sotschi jedoch eher winterlich zu. Nicht weit entfernt vom Strand flitzen Sportler auf Schlittschuhen übers Eis. Auf einem großen Platz stehen sechs große Hallen. Eine von ihnen heißt Eisberg, eine andere Eiswürfel. Die Hallen wurden extra für die Wettkämpfe gebaut.

Früher wohnten dort Menschen. Doch die Häuser wurden abgerissen – und die Leute mussten umziehen. Danach schufteten Tausende Arbeiter auf den Baustellen in Sotschi und der Umgebung. Das alles hat viel Geld gekostet. Auch deshalb finden es viele nicht gut, dass Präsident Putin die Winterspiele unbedingt in dem Ort mit Strand und Palmen haben wollte.

Sotschi wird bewacht wie eine Festung

Die Gegend um das Olympia-Gelände am Kaukasus wird sehr streng bewacht. Die Region am Kaukasus-Gebirge ist nicht besonders sicher. Es gab in den vergangenen Wochen schon Terror-Drohungen, mit denen die Spiele gestört werden sollen. Auch deshalb gelten in Sotschi die schärfsten Sicherheitsmaßnahmen in der olympischen Geschichte. 37.000 Polizisten und Soldaten sollen die Spiele schützen.

In Sotschi wird es im Winter nicht besonders kalt. Gerade ist es dort ungefähr so warm wie bei uns. Die Eishallen in Sotschi müssen deshalb gekühlt werden. Richtiger Schnee liegt rund um die großen Hallen ohnehin nicht. Dafür muss man ins Gebirge. Auch dort oben werden die Athleten gegeneinander antreten.

Ob es dort genug schneit, war jedoch lange nicht klar. Deshalb haben die Organisatoren in den letzten Jahren Schnee gesammelt und unter großen Planen aufbewahrt. Außerdem haben sie viele Schneekanonen angeschafft. Sie sollen dafür sorgen, dass überall genug Schnee zum Skifahren liegt.

( dpa/gs )