Berliner Perlen

1000 Sorten Süßes im "Sugafari" in Prenzlauer Berg

Im Geschäft „Sugafari“ an der Kopenhagener Straße in Prenzlauer Berg gibt es mehr als 1000 Sorten Süßigkeiten aus aller Welt.

Geschäftsführer Alexis Agné hat fast alle Sorten, die er anbietet, auch probiert.

Geschäftsführer Alexis Agné hat fast alle Sorten, die er anbietet, auch probiert.

Foto: Franz Michael Rohm

Berlin. Dass Geschäftsinhaber Alexis Agné mehr als 80 Prozent der im Geschäft angebotenen Naschwaren schon einmal probiert hat, kann man gar nicht glauben. Spindeldünn erzählt der Mittvierziger mit einem gewinnenden Lächeln, dass er schon immer ein Süßkram-Aficionado war. Auf seinen vielen Reisen, etwa durch die USA und Mittelamerika, habe er als junger Mann in jedem Süßigkeitenladen Besonderheiten probiert. Etwa krachsüße Schokoladen im XXL-Format in den USA und „jede Menge Flips aus Erdnüssen“. Oder eine „sehr exotische Tamarindenpaste aus Mexiko, deren haarähnliche Strähnen aus der Düse einer kleinen Plastikflasche sowohl süß als auch salzig und herb schmeckte“.

Heute hat er die Flasche von Pelon Pelo Rico für 1,49 Euro im Sortiment und natürlich auch US-Schokoladen von Hershey’s. Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten stammt rund ein Viertel des Angebotes von mehr als 1000 Süßigkeiten. Kein Wunder, denn irgendwo müssen ja die Kalorien für eines der übergewichtigsten Völker der Welt ja herkommen. Dieser Problematik ist sich Alexis Agné durchaus bewusst. „Wir weisen darauf hin, dass unsere Waren in kleinen Dosen zu genießen sind“, sagt er und lächelt. Schon lange habe man bei Lieferungen auf Luftfracht verzichtet, aber per Schiff kommt doch ein Großteil der Waren, zum Beispiel aus Ozeanien, sprich Neuseeland und Australien, Asien und Amerika.

Sugafari: Auch während des Lockdowns hat das Geschäft geöffnet

Gerade ist einer der Naschwaren-Feiertage vorüber, Halloween. „Dieses Jahr war wegen Corona auf jeden Fall weniger Halloween-Umsatz als in den Vorjahren“, so der Süßwaren-Händler. Allerdings hat er in den vergangenen Monaten festgestellt, „dass viele Kunden sehr froh waren, weil unser Geschäft unter Lebensmittelläden fällt und somit selbst während des Lockdowns geöffnet bleiben darf.“

Vor 20 Jahren kam Agné aus dem fränkischen Bayreuth nach Berlin und studierte Medienberatung an der Technischen Universität. Ende der Nullerjahre gründete er mit einem Kompagnon sein erstes Start-up. Über T-Shirt-Design-Wettbewerbe sollten im Internet Kunden für den Verkauf von T-Shirts gewonnen werden. „Über die Startphase kamen wir nicht hinaus, aber ich habe gelernt, einen Internetshop aufzubauen“, so Agné. Das sei eine große Hilfe bei der nächsten Unternehmung, dem Naschwarenprojekt gewesen. „Natürlich zählen immer die persönlichen Kontakte, besonders am Anfang. Im Freundeskreis merkten wir schnell, Süßwaren aus aller Welt könnte ein realistisches Konzept sein“, führt er aus.

Ende 2010 folgte ein Stand auf dem Flohmarkt am Mauerpark, „die Resonanz war gut. Ich begann, den Onlineshop aufzubauen, ein halbes Jahr später bezogen wir die Räumlichkeiten hier“, sagt der 44-Jährige.

Salzige Zitronenbonbons und Haribo in Larvenform

Die Wände im Laden sind knallgelb gestrichen, mit pinken Bonbonmotiven. Die Idee hatte Agnés Frau Stephanie, und auch die, die Süßwaren nach Ländern aufgeteilt in Koffern anzubieten. Das ist der Bezug zum Namen des Geschäfts, „Sugafari“, der sich aus den Worten Sugar für Zucker und Safari für Reise zusammensetzt. Die Frage nach Lieblingssüßigkeiten verbietet sich bei mehr als 1000 verschiedenen Artikeln, doch es gibt einige Dinge im Sortiment, auf die Agné merklich stolz ist. Etwa die japanischen Sondereditionen von Kitkat, von denen derzeit elf im Angebot sind, zum Beispiel mit Orange-, Zitrus-Mint- oder Matchageschmack, um acht Euro für 150 Gramm. Sehr beliebt aus dem Land der aufgehenden Sonne sind auch die salzigen Zitronenbonbons.

Eine eigene Ecke ist Lakritzsorten aus Dutzenden Ländern vorbehalten. Im Nebenraum steht eine menschengroße Haribofigur, befüllt mit Raritäten wie Haribo in Larvenform für den skandinavischen Markt, mit Lakritzgeschmack, Rhabarber-Pudding-Aroma aus Großbritannien oder kleine Schaum-Spiegeleier aus Frankreich. „Es gab schon Kunden, die sagten, das hier sei ein Museum, ein Ort für Zeitreisen in die Vergangenheit und Reisen in andere Länder“, berichtet Agné.

Weihnachtstüte statt Adventskalender

Für eine Zeitreise eignen sich die PEZ-Spender mit dazu gehörenden Stangen und die Artikel im Glas. Sie kosten nicht mehr als ein oder zwei Cent, aber für fünf Cent gibt es Schaumhimbeeren und Brausestäbchen, und für 30 Cent süße Ketten. In Vorbereitung auf das nächste Hochfest der Süßigkeiten bietet Alexis Agné anstelle eines Kalenders eine Weihnachtstüte mit Naschereien aus aller Welt zusammengestellt. 19,90 Euro kostet das internationale Adventsnaschvergnügen.

Sugafari, Kopenhagener Straße 69, Prenzlauer Berg, Tel. 40 04 77 75, Mo.–Fr. 14–19.30 Uhr, Sbd. 11–18 Uhr, www.sugafari.com

Süßes und Saures aus aller Welt - weitere Tipps und Empfehlungen:

  • Herr Nilsson Godis, Süßigkeiten aus Schweden, Wühlischstr. 58, Friedrichshain, Tel. 54 59 45 85, Mo.–Sbd. 11–19 Uhr, So. 13–18 Uhr, www.herrnilsson.youmeokay.com
  • Bonbonmacherei, Bonbons aus eigener Herstellung, Oranienburger Str. 32, Mitte, Tel. 44 05 52 43, Mi.–Sbd. 12–18 Uhr, www.bonbonmacherei.de
  • Zuckerberg, Regionale und saisonale Produkte sowie eine wechselnde Dekoration, Schönhauser Allee 128, Prenzlauer Berg, Tel. 54 71 33 57, Mo.–Sbd. 11–20 Uhr, www.zuckerbergshop.de
  • Aseli Store, Traditionelle Speckmäuse, zuckersüße Elefanten und Teddys, Rosenthaler Str. 40/41, Mitte, Tel. 49 98 89 90, Mo.–Sbd. 10–18 Uhr, Do. nur bis 16.45 Uhr, www.aseli.de
  • Sawade, Berlins älteste Pralinenmanufaktur, Nougat, Marzipan, Trüffel und mehr, Reichstr. 95, Charlottenburg, Tel. 30 20 70 060, Mo.–Fr. 9–18.30 Uhr, Sbd. 9–13.30 Uhr, www.sawade.berlin
  • Süßkramdealer, Exklusives Geschäft für feine Schokoladen, Kaffee und Geschenkartikel, Varziner Str. 4, Schöneberg, Tel. 85 07 77 97, Mo.–Fr. 8–19 Uhr, Sbd. 10–19 Uhr, www.suesskramdealer.de

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