Berliner Perlen

Heiße Liebe für den „Kalten Hund“

Eldorado für Schokoladen-Liebhaber: 18 Varianten des Kalten Hundes gibt es in der Kuchenmanufaktur Rose in Friedrichshain.

Viola Rose versorgt im Café Gäste mit den Spezialitäten der Manufaktur.

Viola Rose versorgt im Café Gäste mit den Spezialitäten der Manufaktur.

Foto: Katrin Starke

Ihr Geschäftskonzept hat sich in den vergangenen 15 Jahren zweimal grundlegend geändert. Aber an einem haben sie immer festgehalten – an ihrem „Kalten Hund“. Der Kuchenköstlichkeit aus Keks und Schokolade haben sich Jens und Viola Rose voll und ganz verschrieben – mit Liebe und Kreativität. Und einer guten Portion Humor.

Davon zeugen die beiden innig einander zugewandten Strichmännchen, die die Roses an die Wand hinter dem Tresen ihrer „Kalter Hund Manufaktur“ mit angeschlossener Espresso-Bar gepinselt haben. Den passenden Spruch zur Zeichnung findet man nur auf ihrer Internetseite: „Paul küsst Paulines heißen Mund, danach gibt’s Roses Kalten Hund.“

Das Originalrezept der Mutter hat sich bis heute bewährt

Den Kekskuchen bereiteten die Roses das erste Mal zu, als sie sich 2004 mit ihrer „Friedrichshainer Fahrradkantine“ selbstständig machten. Büros und Firmen aus der Umgebung versorgten sie seinerzeit mit belegten Brötchen, Suppen, Desserts und Kuchen. „Wir haben damals jede Menge Rezeptbücher gewälzt, und in einem davon sind wir auf den ,Hund‘ gestoßen“, erzählt Jens Rose. Darin wurde er allerdings mit Kuvertüre hergestellt. Aber das wollte Jens Rose nicht. „Da habe ich mich daran erinnert, dass meine Mutter auch oft ‚Kalten Hund‘ gemacht hat, als ich noch Kind war.“

Also wurde Mutter Rose nach ihrem Rezept befragt – und das ist bis heute die Basis für Viola und Jens Roses „Classic“-Hund. Die Schokomasse wird zubereitet aus Kokosfett, Kakao, Mandeln, braunem Rohrzucker „und Eiern aus Freilandhaltung, um ein Zeichen für artgerechte Tierhaltung zu setzen“, sagt Jens Rose. „Auch Milch verwenden wir nur aus Bio-Produktion.“

Das war schon so beim Frühstücksservice. „Und alles immer frisch zubereitet, das war ein knochenharter Job“, sagt der 54-Jährige rückblickend. Mal lief das Geschäft besser, mal schlechter. „Aber der ‚Kalte Hund‘ lief immer.“ Weshalb sich das Paar nach zwei Jahren entschied, nur noch die Schokoladenvariante zu produzieren. Als reine Manufaktur, ohne Laden. Beliefert wurden vornehmlich Gewerbekunden. Nur sonnabends kamen auch Privatkunden direkt in den Genuss der Leckerei – auf dem Markt am Boxhagener Platz, wo Roses Schokokreationen bis heute angeboten werden.

"Ein Café war schon immer mein Traum"

Als sich vor drei Jahren die Gelegenheit bot, das Ladengeschäft neben der Manufaktur zu mieten, zögerten die Roses nicht lange. „Ein Café war schon immer mein Traum“, bekennt Jens Rose. Das Versandgeschäft gab das Ehepaar an die „Alte Backstube“ in Zehlendorf ab. „Dort werden die Kalten Hunde weiter nach unseren Originalrezepten produziert und deutschlandweit an Privatkunden verschickt“, sagt Jens Rose.

Er und seine Frau konzentrieren sich derweil ganz auf ihren Standort an der Ebertystraße, wo es den „Kalten Hund“ im Café oder zum Mitnehmen gibt. 18 verschiedene Sorten haben die Roses im Sortiment, acht davon sind immer im Angebot. Da gibt es ausgefallene Sorten wie den „Kalten Hund“ mit weißer Schokolade und fruchtiger Note – mit Limette, Erdbeere oder Himbeere, die Varianten mit Mohn, Minze oder Nougat-Crunch und die Sorten mit Alkohol – wie „Pflaume Royal“ mit Zwetschgenwasser oder den „Classic“ mit 54-prozentigem Rum.

Wer nicht nur ein paar Scheiben, sondern gleich ganze Hunde kaufen will, sollte möglichst zwei Tage zuvor eine Bestellung abgeben.

Süßes mit kräftigem Espresso

Wer ein Stück Schokohund in Roses Espressobar verzehrt, sollte sich dazu unbedingt einen kleinen Kaffee servieren lassen. Die Bohnen bezieht Jens Rose direkt von einer Familienrösterei aus Neapel in Süditalien. „Es gibt nichts Besseres als die Kombination von etwas ganz Süßem und einem kräftigen Espresso“, schwärmt Jens Rose, der seine Gäste auch gern über die Tradition und den Namen des „Kalten Hundes“ aufklärt.

Die Geschichte lasse sich bis in die 1950er-Jahre zurückverfolgen. Da die Backform aussah wie ein „Grubenhunt“, ein wohlgemerkt mit „t“ geschriebener offener Förderwagen im Bergbau, sei der Kekskuchen in einigen Regionen als „Kalter Hund“ bekannt geworden. In Norddeutschland kenne man ihn eher als „Wandsbeker Speck“, auch „Zebrakuchen“ oder „Kalte Schnauze“ sei geläufig.

Kalter Hund Manufaktur Rose, Ebertystr. 49, Friedrichshain, Tel. 427 20 44, Di.–Fr., 10–19 Uhr, Sbd. 10–18 Uhr, www.kalter-hund-manufaktur.de