Berliner Perlen

Bei "Pot & Pepper" dreht sich alles um den guten Geschmack

In seinem Laden „Pot & Pepper“ verkauft Michael Stümpert seit 15 Jahren Gewürze, Kräuter und Gewürzmischungen - alle selbst kreiert.

Michael Stümpert in seinem Labor. Dort werden die Gewürze und Kräuter gewogen, gemixt und abgefüllt.

Michael Stümpert in seinem Labor. Dort werden die Gewürze und Kräuter gewogen, gemixt und abgefüllt.

Foto: Katrin Starke

Vor dem Laden liegt der Duft frischer Kräuter in der Luft und macht neugierig auf mehr. Drinnen dominiert ein leicht pfeffriger Geruch. „Bei uns schweben eine Menge Aromen im Raum“, sagt Michael Stümpert, der Gründer und Inhaber des Steglitzer Gewürzladens „Pot & Pepper“. Stümpert verkauft etwa 150 Gewürze und Kräuter und an die 120 Gewürzmischungen, die er selbst zusammenmixt.

„Wir kaufen lediglich die Rohstoffe“, so der 52-Jährige. Die werden in einem Raum hinter dem Laden nach eigenen Rezepten zu Würzmischungen vereint – vom Steakgewürz bis zu „Café de Paris“ für Kräuterbutter. „Darin enthalten sind Schnittlauch und Paprika, Knoblauch und Oregano, Majoran, Estragon, etwas Zucker und australische Zitronenmyrte“, verrät der Kräuterexperte: „Das Gemisch mit Wasser quellen lassen, damit die Kräuter weich werden. Dann mit etwas Öl aufrühren, um die Aromen zu lösen, und anschließend in die Butter einarbeiten.“

Die richtige Mischung macht den Unterschied

Als Michael Stümpert 1990 von Bingen am Rhein nach Berlin zog, kochte er sich durch alle Kochbücher, die ihm seine Mutter für den ersten eigenen Hausstand mitgegeben hatte. Schnell merkte er, dass die Gewürze aus dem Supermarkt nicht nach seinem Geschmack waren: „Allein schon beim Pfeffer gibt es so viele Sorten.“ Je nach Sorte, Herkunftsregion, Art des Anbaus oder der Bodenbeschaffenheit würden sich Gewürze spürbar unterscheiden. „Da gibt es viele Varianten, die für den späteren Geschmack ausschlaggebend sind“, so der Kräuter- und Gewürzexperte.

So fertigte er fortan seine Privatmischungen. Viele Jahre später machte Michael Stümpert aus dieser Leidenschaft einen Beruf. 2004 eröffnete er sein Ladengeschäft an der Kieler Straße. Den finalen Anstoß dazu gab ein Tütchen Malabar-Pfeffer, das er geschenkt bekommen hatte: „Wenn man den mahlt – mmmh, da kommen Aromen raus.“ Bis heute entwickelt er immer neue Gewürzkompositionen – von der „Echten Brühe“, einem „universellen Würzmittel, bei dem nichts vorschmeckt“, bis zur „Berliner Würze“ für eher deftige Gerichte wie Kartoffelsuppe, Wintereintöpfe oder Buletten. Gerade neu ins Regal gekommen ist ein indonesisches Curry. „Dunkel, fruchtig, ein bisschen scharf“, beschreibt Stümpert seine Kreation. In die sei er ganz verliebt. Jetzt müsse sich nur noch bei den Kunden herumsprechen, wie gut die Mischung sei.

Der Renner sei aktuell eher sein „Curry Ramapura“. Auch der Name ist eine von Stümperts Eigenkreationen: „Ich bin bei Google Earth über die Karte von Indien gewandert und bei einer Stadt mit dem schön klingenden Namen Ramapura hängengeblieben.“

Monatelang wird experimentiert

Demnächst will Michael Stümpert ein Lammgewürz entwickeln, etwas „auf Rosmarinbasis und mit Ingwer“ schwebt ihm vor. Bis er es ins Sortiment aufnimmt, können aber noch einige Wochen oder sogar Monate vergehen. In dieser Zeit wird er mit unterschiedlichen Testmischungen experimentieren und diese gemeinsam mit seiner Frau Cathleen in verschiedenen Saucen auf ihre Altagstauglichkeit prüfen. Und auch seine Kunden sollen bei der Neukreation mithelfen. Sie erhalten kostenlose Proben und sollen ihm dann später ihre Meinung mitteilen.

Besonders angesagt sind seit etwa zwei Jahren orientalische Gewürze wie das Lieblingsgewürz seiner Frau: „Ras el Hanout“ – das sei ein unvergleichliches Zusammenspiel von 24 Einzelgewürzen. „Das passt in die Tomatensauce ebenso wie in Couscous-Gerichte“, sagt Stümpert.

Aber auch für gute Küchenwerkzeuge hat der leidenschaftliche Hobbykoch ein Faible. So bietet er in seinem Geschäft ausgewählte Küchenwaren an – vom Mörser („altertümlich, aber funktioniert super“) bis zum handgeschmiedeten Messer aus Drei-Lagen-Stahl. Stümperts Erkenntnis nach Jahren in der Lebensmittelbranche ist: „Mehr als zwei Messer braucht es nicht in der Küche, aber die müssen vor allem scharf sein.“ So wie ein guter Cayennepfeffer.

Pot & Pepper Kieler Straße 9, Steglitz, Tel. 81 82 79 83, Mo.–Fr., 11–18 Uhr, Sbd. 11–15 Uhr, www.potandpepper.de