Berliner Perlen

Design-Klassiker aus dem hohen Norden

In Prenzlauer Berg verkauft Sten Rasmussen skandinavische Einrichtungsgegenstände, die zwischen 1950 und 1980 hergestellt wurden.

Im Angebot sind neue Designs und zeitlose Klassiker aus Finnland, Dänemark und Schweden.

Im Angebot sind neue Designs und zeitlose Klassiker aus Finnland, Dänemark und Schweden.

Foto: Lena Ganssmann

Man wird lange in Berlin suchen müssen, um ein wohnlicheres Geschäft zu finden, als das von Sten Rasmussen in Prenzlauer Berg. Oder zumindest eines, in das man noch lieber einziehen möchte. Das liegt zu großen Teilen an Sten Rasmussen selbst, der seine Kunden auf diese gleichzeitig herzliche und unaufgeregte Art willkommen heißt, die vielleicht am besten als schwedisch zu beschreiben ist.

Es liegt aber natürlich auch an der Einrichtung seines Ladens im heute schicken Kollwitzkiez: Gleich im Eingangsbereich liegen buntgestreifte Läufer, an den Wänden klettern die „Pocket Shelfs“, die charakteristischen und funktionalen Leiterregale von Nils Strinning, die Wände hoch, und an der Decke hängen dänische Lampenklassiker von Poul Henningsen oder die nicht minder bekannten finnische Designs von Lisa Johansson-Pape.

Lässt man seinen Blick in dem Geschäft schweifen, schauen einen lauter freundliche Wesen an: die Holz­eulen von Paul Anker Hansen, „Lovebirds“ und Kletteraffen von Kay Bojesen sowie diverse Schaukelpferde wie man sie in Skandinavien in fast jedem Haushalt findet. Alle Objekte, von den Lampen über die Möbel bis zum Spielzeug, sind Designklassiker aus dem hohen Norden. Die meisten von ihnen wurden zwischen 1950 und 1980 entworfen und sind entweder seitdem in Produktion oder in den vergangenen Jahren neu aufgelegt worden, als die Skandinavien-Welle über Berlin rollte und man sich auf diese Entwürfe besann.

Rasmussen kam 2006 wegen der günstigen Mieten nach Berlin

Sie alle sind bei Sten Rasmussen zu kaufen. Der passionierte Händler kennt sich schon von Berufs wegen mit Formen, Funktionen und Farben aus. Als gelernter Produktdesigner hat Rasmussen zuvor lange für große Konzerne in Düsseldorf und München gearbeitet. Angezogen von den damals günstigen Ladenmieten, ist er seit 2006 in Berlin. Sein Geschäft im Kollwitzkiez eröffnete er ein Jahr später.

Seitdem versammelt er dort Teile seiner Kindheit und generell der Kindheit vieler anderer, die in den 70er-Jahren aufgewachsen sind, egal ob in Schweden, Deutschland oder sonstwo in Europa, wo skandinavisches Design zu dieser Zeit en vogue war. Das alles wirkt überhaupt nicht museal, sondern sehr gegenwärtig und mischt sich munter mit neuem oder neuaufgelegtem Design aus seiner Heimat. Die vermisst er nur zeitweise, erzählt der Designer mit dänischen und schwedischen Wurzeln.

Sten Rasmussen fasziniert dabei besonders das Zusammenspiel und die Wechselwirkung von Alt und Neu. Wie bei den traditionellen Birkenkörben, die seit Jahrhunderten in Skandinavien geflochten werden – und deren Struktur sich in den „Wicker“-Körben wiederfindet, die die dänische Designerin Cecilie Manz im Jahr 2009 entworfen hat. Beides, das Traditionshandwerk und die moderne Interpretation, ist in Sten Rasmussens Laden in der Rykestraße kongenial umgesetzt. Von Zeit zu Zeit nimmt Rasmussen neue Teile in sein Sortiment auf, andere gibt es dann im Sale zum vergünstigten Preis. Einzusehen auf der Website des skandinavischen Unternehmers, der in Berlin seine neue Heimat fand.

Scandinavian Objects Rykestr. 31, Prenzlauer Berg, Di.–Fr. 11–18 Uhr,Sbd. 11–17 Uhr, Tel. 484 956 26, www.scandinavianobjects.com