Gesundheit

Krankenkassen ermitteln - Betrug bei Abrechnungen nimmt zu

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: Arno Burgi / dpa

Tausende Euro gehen jeder Krankenkasse durch Betrug bei Abrechnungen verloren. Besonders typisch sind gefälschte Rezepte, Rechnungen oder Bescheinigungen. Die Täter kommen oft ungestraft davon.

Krankenkassen in Berlin und Brandenburg ermitteln zunehmend wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug. Jährlich gehen ihnen mittlerweile durch Betrugsfälle Tausende Euro verloren. Allein der KKH ist im vergangenen Jahr ein Schaden von fast 11.000 Euro entstanden. „Ein rasanter Anstieg, wenn man bedenkt, dass es 2012 gerade mal 62 Euro waren“, sagt KKH-Sprecher Simon Kopelke. Dabei sind es nicht nur Ärzte, die ins Visier der Ermittler geraten: Manipulationen gehen auch von Apotheken, Versicherten, Arbeitgebern und Kliniken aus, wie eine Umfrage ergab.

Korruption im Gesundheitswesen verursacht in Deutschland jedes Jahr einen volkswirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe. „Fehlverhalten ist kein Massenphänomen, aber jeder einzelne Fall schadet dem Ansehen der einzelnen Bereiche“, sagt Volker zur Heide, Leiter der DAK-Ermittlungsgruppe. Bundesweit forderte etwa die KKH im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Euro – etwa von Ärzten, Apothekern und Therapeuten.

Abgerechnete Leistungen nie erbracht

Gefälschte Rezepte, Rechnungen und Bescheinigungen über Arbeitsunfähigkeit sind nach Aussage der Kassen typisch. Teils wurden abgerechnete Leistungen nie erbracht, teils treiben Ärzte oder Kliniken Rechnungen in die Höhe: Laut Techniker Krankenkasse (TK) sind aus dem Bundesgebiet Fälle bekannt, in denen etwa eine Brustvergrößerung als Brustkrebs-OP und eine relativ kleine Knie-OP als aufwendiger Eingriff abgerechnet wurden.

Bei der Barmer GEK stieg die Zahl neuer Fälle in Berlin und Brandenburg 2013 um rund ein Viertel gegenüber dem Vorjahr, auf 202. Pro Jahr belief sich der Schaden der Kasse auf rund 180.000 Euro. Eine steigende Tendenz verzeichnet auch die IKK Berlin-Brandenburg. DAK und TK gehen bundesweit derzeit je bis zu 2000 Verdachtsfällen nach.

Nach Auskunft der DAK wird es für die Krankenkassen jedoch schwieriger, Betrüger zu verfolgen. Wie die TK bestätigt, kommen Täter häufig ungestraft davon, weil Verfahren eingestellt werden oder das Delikt verjährt ist. Die Kasse plädiert dafür, Staatsanwaltschaften mit Schwerpunkt Abrechnungen im Gesundheitswesen einzuführen.