Rummelsburg

Zwei ICE stoßen beim Rangieren auf Bahnhof zusammen

Am frühen Freitagmorgen sind zwei ICE auf einem Berliner Bahnhof kollidiert. Vier Wagen und ein Triebwagen entgleisten. Ein Lokführer erlitt einen Schock. Der Bahnverkehr läuft planmäßig.

Foto: dpa

Ein tagesfüllender Einsatz von Spezialkräften, festgesetzte Fernzüge, wochenlange Ermittlungen. Wenn zwei Züge kollidieren, löst das jede Menge Probleme aus. Selbst wenn keine Fahrgäste an Bord waren.

Ein Zusammenstoß zweier ICE-Züge bei einer Rangierfahrt auf dem Berliner Betriebsbahnhof Rummelsburg hat am Freitag Sachschaden in noch unbekannter Höhe verursacht. Am frühen Morgen war nach Angaben der Bundespolizei ein Zug auf einen stehenden ICE aufgefahren.

Einer der Lokführer wurde mit Verdacht auf einen Schock ins Krankenhaus gebracht, wurde aber am Mittag entlassen. Der 52 Jahre alte anderer Triebwagenführer blieb unverletzt.

Der Fernbahn- und Regionalverkehr lief am Freitagmorgen weiter planmäßig. Die durch den Bahnhof führende Strecke von und nach Frankfurt (Oder) sei nicht beeinträchtigt, teilte ein Bahnsprecher mit. Auch der S-Bahn-Verkehr war durch den Unfall nicht beeinträchtigt.

Nach Bahn-Angaben gab es im Fernverkehr einzelne Verspätungen, weil die kollidierten Wagen vier weiteren ICE-Zügen ihre Wege vom Abstellgleis ins Netz versperrten. Die übrigen Fernzüge aus und in Richtung Westen wendeten schon im Ostbahnhof statt in Rummelsburg. Die Aufräumarbeiten würden aber wohl den ganzen Tag andauern.

Fahrgäste waren nicht in den Zügen

Da es sich offenbar um Rangierarbeiten gehandelt hat, waren die Züge nicht mit Reisenden besetzt. Derzeit wird durch Spezialisten der Deutschen Bahn und der Polizei die Ursache des Unfalls untersucht. Zur Höhe des Sachschadens gab es zunächst keine Angaben.

Wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte, ist noch unklar. „Es ist komplett offen, ob es um menschliches oder technisches Versagen geht“, sagte Bundespolizei-Sprecher Maik Gauer. Sachverständige der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes werteten nun die Fahrtenschreiber der Züge aus.

Weil vier Wagen des stehenden und der Triebwagen des auffahrenden Zuges entgleisten, musste am Freitag ein Hilfszug anrücken, um die Wagen wieder auf die Gleise zu heben. Die Arbeiten sollten bis Betriebsschluss am Freitag beendet werden, wie Bahnsprecher Burkhard Ahlert sagte.