Asyl

Flüchtlinge am Alexanderplatz in Hungerstreik getreten

Während die Flüchtlinge am Oranienplatz kurz vor dem 1. Mai ihren Hungerstreik vorläufig ausgesetzt haben, verweigert nun eine Gruppe von Flüchtlingen am Alexanderplatz die Nahrungsaufnahme.

Foto: Steffen Pletl

Vor eineinhalb Jahren ließen sich Flüchtlinge auf dem Kreuzberger Oranienplatz nieder und bauten sich ein Camp. Erst vor kurzem endeten Verhandlungen über neue Unterkünfte. Nun sitzt eine weitere Flüchtlingsgruppe am Alexanderplatz in Berlin-Mitte.

Etwa 20 Flüchtlinge sind dort seit Samstagabend in einen Hungerstreik getreten. Die aus Afrika stammenden Männer liegen vor dem Kongresszentrum BCC am Alexanderplatz in Berlin-Mitte. Sie haben sich inzwischen laut Polizei als eine Dauermahnwache angemeldet. Die Anmeldung sei in Absprache mit dem Bezirk akzeptiert, sagte ein Sprecher. Möglicherweise gebe es noch Auflagen wie das Verbot von Zelten oder anderen Unterkünften.

An diesem Montag werde entschieden, wie die Behörden damit umgehen werden, sagte ein Polizeisprecher. Bisher gebe es noch keinen Anlass für ein Einschreiten der Polizei, zumal es bisher keine Aufforderung des Bezirks gebe, den Platz räumen zu lassen.

Die Flüchtlinge fordern ein Bleiberecht in Deutschland und eine Änderung der EU-Flüchtlingspolitik. Auf ihren Plakaten steht: "Wer Krieg vorbereitet, muss Flüchtlinge erwarten", "Lagerhaltung ein deutsches Produkt" oder "Wir Flüchtlinge haben die gleichen Bedürfnisse wie ihr Bürger".

Nach eigenen Aussagen gehören die Männer nicht zu den Flüchtlingen, die am Oranienplatz in Kreuzberg in einem Camp wohnten und dort weiterhin mit einer Informationsstelle protestieren. Woher sie kommen, sei noch ungeklärt, hieß es.

Auf dem Kreuzberger Oranienplatz hatten dagegen Flüchtlinge kurz vor dem ersten Mai ihren Hungerstreik vorläufig unterbrochen - nach einem Gespräch mit der Bundesbeauftragten für Flüchtlinge, Aydan Özugus. Der Streik solle bis zu einem weiteren Treffen mit Özugus ruhen, sagten Vertreter der Gruppe.

Die Flüchtlinge vom Oranienplatz fordern die erneute Etablierung des Infopunktes und eines großen Zelts für Treffen am Oranienplatz sowie die Umwandlung der besetzten ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in ein selbst-organisiertes politisches Zentrum für Flüchtlinge.

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