Tarifkonflikt

An acht Berliner Vivantes-Kliniken streiken die Ärzte

Im Tarifkonflikt zwischen Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der kommunalen Krankenhausgesellschaft Vivantes sind Ärzte am Mittwoch in einen mehrstündigen Warnstreik getreten.

Foto: Friso Gentsch / dpa

An acht Berliner Klinikstandorten der Berliner Krankenhausgesellschaft Vivantes hat am Mittwochmorgen um 7 Uhr ein Warnstreik begonnen.

Der Ausstand von Hunderten Ärzten ist laut dem Geschäftsführer des Landesverbandes Berlin der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Reiner Felsberg, bis 14 Uhr befristet.

Lediglich in Hellersdorf streikten die Ärzte nicht, um den Notdienst nicht zu gefährden. Die Versorgung von Notfällen war laut Marburger Bund auch an allen anderen Kliniken gesichert, andere Operationen wurden verschoben. Nicht betroffen waren Chemo- und Strahlentherapien sowie Dialysen.

Rund 1000 Mediziner haben sich nach Angaben der Ärztegewerkschaft an dem Warnstreik beteiligt. Einige geplante Operationen seien deshalb ausgefallen, sagte eine Vivantes-Sprecherin am Mittwoch.

Der Marburger Bund fordert für die 1700 angestellten Vivantes-Ärzte sechs Prozent mehr Gehalt. Der Kommunale Arbeitgeberverband bietet 4,9 Prozent für zwei Jahre. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 8. Mai.

Bei Vivantes sind rund 900 der 1700 fest angestellten Ärzte im Marburger Bund organisiert.

Die Tarifverhandlungen gelten nach vier erfolglosen Runden als festgefahren. Der Marburger Bund fordert neben sechs Prozent mehr Gehalt für Ärzte auch höhere Vergütungen für Nachtdienste sowie Schichtarbeit bei einer Laufzeit von zwei Jahren.

Der kommunale Arbeitgeberverband (KAV) hat eine Erhöhung der Tarife um 4,9 Prozent angeboten. Beide Zahlen sind Einstiegsgrößen. Bei der Charité hatten sich die Verhandlungspartner im Dezember auf ein Plus von 2,8 Prozent für Ärztegehälter geeinigt – Laufzeit 18 Monate.