Flüchtlinge

Wieder zwei Verletzte in besetzter Kreuzberger Schule

Nur Stunden nach der tödlichen Messerattacke hat es in der Gerhart-Hauptmann-Schule zwei weitere Verletzte gegeben. Gegen einen 40 Jahre alten Flüchtling wurde wegen Totschlags Haftbefehl erlassen.

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Wenige Stunden nach der tödlichen Messerattacke in der Gerhart-Hauptmann-Schule ist es dort wieder zu einem gewaltsamen Streit gekommen. Zwei Menschen wurden verletzt, einer durch einen Angriff mit einem abgebrochenen Flaschenhals. Der Mann habe im Gesicht und am Hals stark geblutet, ärztliche Hilfe jedoch abgelehnt.

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hatten am Freitag gegen 22.50 Uhr die Polizei gerufen, weil sich zwei Flüchtlinge in dem Gebäude an der Ohlauer Straße schlugen. Ein Beteiligter hielt eine zerbrochene Flasche in der Hand und hatte Blutflecken im Gesicht. Der 23-Jährige flüchtete zunächst, wurde aber kurz darauf entdeckt. Der zweite Schläger entkam, er wird der gefährlichen Körperverletzung verdächtigt.

Roma-Familien wollen umziehen

Unterdessen hat ein Richter Haftbefehl wegen Totschlags gegen den 40-Jährigen aus Gambia erlassen, der am Freitag einen 29-jährigen Marokkaner in der Schule erstochen haben soll.

Zuvor hatten am Freitagabend Friedrichshain-Kreuzbergs Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, Stadträtin Jana Borkamp und die Abgeordnete Canan Bayram (alle Grüne) in der Gerhart-Hauptmann-Schule an einem Gespräch mit Flüchtlingen teilgenommen. Die Stimmung nach der tödlichen Messerattacke sei „hochemotional“, sagte Bezirksamtssprecher Sascha Langenbach danach.

Zwei Roma-Familien und mehrere Flüchtlinge hätten den dringenden Wunsch geäußert, die Schule zu verlassen. Das sei bislang so nicht der Fall gewesen, so Langenbach. Um so wichtiger sei es, dass Sozialsenator Mario Czaja (CDU) schnell eine neue Unterkunft für die rund 200 Flüchtlinge aus der Schule anbieten könne. Der Senator hatte im Interview mit der Berliner Morgenpost eine entsprechende Unterbringungsmöglichkeit in Aussicht gestellt.

Sondersitzung des Bezirksamt geplant

Laut Langenbach hat sich eine Gruppe von Flüchtlingen bereit erklärt, den Leichnam des getöteten Marokkaners in dessen Heimatland zu überführen. Sie bemühen sich bei der marokkanischen Botschaft um eine Kostenübernahme. Sollte dies nicht gelingen, wolle das Bezirksamt versuchen, Unterstützung zu leisten. Am Sonntagabend will das Bezirksamt zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Dabei soll besprochen werden, wie die Situation in der Schule verbessert werden kann.