Neuer Vertrag

DFB-Pokal-Finale bleibt bis mindestens 2020 in Berlin

Der Deutsche Fußball-Bund und Berlin verlängerten vorzeitig den 2015 auslaufenden Vertrag für das Pokal-Finale. Derweil bricht die Ticketnachfrage für das diesjährige Endspiel am 17. Mai alle Rekorde.

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„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ – das bleibt mindestens bis 2020 der beliebteste deutsche Fußball-Song.

Vorzeitig haben am Donnerstag der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Berliner Senat den Vertrag über die Ausrichtung des Pokalfinales um fünf Jahre verlängert.

Am 17. Mai 2014 findet das Endspiel um den attraktiven nationalen Cup, das dieses Mal Meister FC Bayern und dessen größter Herausforderer Borussia Dortmund bestreiten, zum 30. Mal nacheinander in der Hauptstadt statt.

„Wenn wir uns ein Finale malen könnten, dann wäre es dieses“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zum Aufeinandertreffen der beiden besten Bundesliga-Vereine der vergangenen Jahre.

Gewinner erhält 3,2 Millionen Euro

Auch finanziell ist das „deutsche Wembley“, das längst Kultstatus erlangt hat, äußerst lukrativ: Der Sieger wird 3,2 Millionen Euro als Prämie einstreichen, der Verlierer nimmt noch 2,6 Millionen Euro als Trost mit nach Hause. Der leichte Rückgang der TV-Gelder durch den Ausstieg des ZDF wird durch die Zentralvermarktung des Wettbewerbs im zweiten Jahr und die Zuschauereinnahmen „nicht komplett, aber in hohem Maße kompensiert“, erläuterte Niersbach.

Rund 8,5 Millionen Euro streicht der neue Sieger in diesem Pokal-Jahr allein aus der Vermarktung ein. Dazu kommen noch Gelder aus dem Ticketverkauf.

Derweil bricht die Ticketnachfrage für das diesjährige Endspiel alle Rekorde. „Wir könnten 500.000 Karten verkaufen, das wäre nicht übertrieben“, sagte Niersbach. Zudem haben sich bereits 500 Journalisten für das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen akkreditiert.

Doch nur 74.907 Fans werden das 71. deutsche Pokalfinale live im Berliner Olympiastadion erleben können.

Berlin ist seit 1985 fester Endspielort. „Die jetzige Konstruktion ist nahezu perfekt“, betonte Verbandschef Niersbach und sieht deshalb keinen Grund für größere Veränderungen.

Finale wird in 200 Ländern übertragen

„Klein gegen Groß, K.o.-System – das macht den Reiz aus“, betonte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock und nannte einige Zahlen der laufenden Saison: 1,3 Millionen Zuschauer, die Finalisten zogen im Schnitt 50.000 Fans in die Stadien.

Das Finale wird in 200 Ländern übertragen. „Und der DFB-Pokal ist auch ein Wettbewerb der Solidarität“, unterstrich Niersbach. Die paritätische Verteilung der Einnahmen zwischen Proficlubs und Amateuren sei keine Selbstverständlichkeit.

Seit vergangener Saison hat der DFB-Pokal vier Hauptsponsoren und einen Ärmelsponsor. Der TV-Vertrag mit der ARD und Sky läuft noch bis 2016. Die Ticketeinnahmen werden pro Spiel 45 Prozent (Gastgeber) zu 45 (Gast) zu 10 (DFB) geteilt. Im Finale lautet der Schlüssel 40:40:20. „Vom Grundsatz her gibt es die Überzeugung, dass es keine Veränderung gibt, weil der Pokal so gut funktioniert wie höchstens noch in England“, sagte Niersbach.

Und auch den Vergleich mit dem Londoner Original brauche man „nicht mehr zu scheuen, wo die Queen stolz über den heiligen Rasen läuft und jedem Spieler die Hand gibt“, meinte der Verbandschef. Seit 1923 ist das Wembleystadion mit sechsjähriger Unterbrechung in der Neubauphase der Arena Austragungsort des englischen FA-Cup-Finals.

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