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Und dann nichts wie raus zum Spaziergang durch Berlin

Auch wer die Osterferien in Berlin verbringt, muss auf Urlaub im Grünen nicht zu verzichten. Die Stadt bietet viele Möglichkeiten für einen Spaziergang. Eine Auswahl.

Foto: Grün Berlin

Wannsee – Liebermanns Teepavillon am Wasser

Ab 11. Mai 2014 wird der Garten wieder so aussehen, wie der Maler Max Liebermann ihn kannte, dann sind die Ufermauer und die originale Steganlage wieder aufgebaut. „Der Teepavillon steht bereits wieder an seinem alten Standort direkt am Wannsee“, sagt Sandra Köhler. Auch der Heckengarten ist nun wieder in seiner vollständigen Pracht zu sehen. Im Garten blühen derzeit Tulpen und Stiefmütterchen.

Liebermann-Villa, Colomierstr. 3, Wannsee, Bus 114 Liebermann-Villa, Mo., Mi., Fr., Sbd. 10–18, Do., So., fei. 10–19 Uhr, 7 €, erm. 4 €, bis 14 J. frei, Tel. 80585900, www.liebermann-villa.de

Pankow – Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

„Klein, lauschig und für viele noch ein Geheimtipp“, beschreibt Rainer Bohm von Grün Berlin die älteste Schulgartenanlage Deutschlands, die selbst viele Pankower noch nicht kennen. Eigentlich sollte der nicht allzu große, Anfang des 20. Jahrhunderts angelegte Park das Pendant Ost zum Botanischen Garten werden. Unter der Obhut der Humboldt-Universität war er lange Zeit nicht öffentlich zugänglich, geriet dann in Vergessenheit. Nun wird er mit Damwild-Gehege und Gewächshaus samt Café (11–17 Uhr) wieder bekannter.

Botanischer Volkspark Pankow, Blankenfelder Chaussee 5, Pankow, Tram M1, Bus 250 Hermann-Hesse-Straße/Waldstraße, Bus 107 Botanische Anlage, tägl. 6–20.30 Uhr, Mai bis 21.30 Uhr, Schaugewächshäuser Mo.–Fr. 10–14, Sbd., So. fei. 11–17 Uhr, Eintritt 1 Euro, unter 14 J. frei

Schöneberg – Bahnanlagen und Vogelbeobachtungen

„Das Erwachen der Natur ist in der fast schon morbiden Kulisse alter Bahnanlagen besonders zu erleben“, weiß Rita Suhrhoff, Parkmanagerin des Südgeländes. Einen spannenden Kontrast zu dem wie ein Dschungel wirkenden Park bildet auch die Kunst. Im Geheimen Garten „blühen“ Schotter- und Schraubenbeete. Am Ostersonntag kann man ohne Anmeldung an einer „Vogelkundlichen Führung“ teilnehmen. (9–12 Uhr, 5, erm. 3,50 Euro, bis 12 J. kostenlos, Fernglas mitbringen; zzgl. Parkeintritt, Treff S-Bhf. Priesterweg)

Natur-Park Südgelände, Prellerweg 47–49, Schöneberg, S2, 25 Priesterweg, tägl. 9 Uhr bis Einbruch Dunkelheit, 1 Euro (ab 14 J.), www.gruen-berlin.de

Tiergarten – Staudengärten im Spreebogen

Im Spreebogenpark befindet man sich sowohl im Regierungsviertel als auch mitten in der Natur. Rund zehn Kilometer ist die Uferpromenade zu beiden Seiten der Spree lang. Läuft man das Ludwig-Erhard-Ufer entlang, kommt man am westlichen Ende des Parks zum „Spurengarten“. „Der ist ein schöner Staudengarten mit naturnahem Charakter, in dem Wildtulpen und Narzissen blühen“, sagt Jürgen Götte, Fachbereichsleiter im Bezirksamt Mitte.

Spreebogenpark, zwischen Hauptbahnhof und U-Bahnhof Bundestag, Tiergarten, U 55, S5, 7 Hauptbahnhof, U55 Bundestag

Biesdorf – Auch die Fontäne sprudelt schon wieder

„Narzissen, Stiefmütterchen, Gänsekresse und viele Stauden blühen, Bänke wurden aufgestellt und die Fontäne sprudelt auch wieder“, sagt Christian Graeff, Bezirksstadtrat Wirtschaft und Stadtentwicklung von Marzahn-Hellersdorf. Während der verwunschene, 1891 im englischen Stil angelegte Schlosspark komplett zugänglich ist, kann das Schloss Biesdorf nicht besichtigt werden. Bis Anfang 2016 dauern die Bauarbeiten noch, bei denen das Schloss um seine zweite Etage aufgestockt wird.

Schlosspark Biesdorf, Alt-Biesdorf 55, Biesdorf, S5 Biesdorf, U5 Elsterwerdaer Platz, tägl. ab 6 Uhr geöffnet, Eintritt frei

Grunewald – Wasserspiele, Frösche und Musik

Auf der Streuobstwiese blühen bereits die Kirsch-, Apfel- und Birnenbäume. Wer über das idyllische wie abwechslungsreiche Gelände des Ökowerks mit seinen verschiedenen Gartenbereichen spaziert, kann mit etwas Glück Teichfrösche und Ringelnattern beobachten. Der Wasserspielplatz ist in Betrieb. Ostersonntag finden ein „Osterkonzert im Reinwasserbehälter“ statt (14.30, 16.30 Uhr, 9 Euro).

Ökowerk Berlin, Teufelsseechaussee 22, Grunewald, S7 Grunewald, S5 Heerstraße, Di.–Fr 9–18, Sbd., So., fei. 12–18 Uhr, Tel. 3000050, www.oekowerk.de

Marzahn – Blütenpracht in den Gärten der Welt

„Weil die Natur drei Wochen früher dran ist, blüht es aus allen Knopflöchern“, sagt Parkleiterin Beate Reuber euphorisch. Von den mehr als 10.000 Tulpen im Erholungspark Marzahn stehen schon viele in Blüte. Auch Apfel- und Felsenbirnenbäume zeigen sich in ihrer Frühlingspracht. Im Chinesischen Garten könnte, so Reuber, die weiße Kobushi-Magnolie noch blühen, im Orientalischen Garten Zierlauch. Und im Balinesischen Garten zeigen sich neue Orchideen.

Erholungspark Marzahn, Eisenacher Str. 99, Marzahn, Bus 195 Gärten der Welt, tägl. ab 9 Uhr, 4 Euro, Kinder 1,50 Euro, Tel. 700906-699, gruen-berlin.de

Kreuzberg – Grün in der City

Immer mehr Berliner nutzen den 26 Hektar großen Park am Gleisdreieck, der sich aus dem West- und dem Ostpark zusammensetzt. In dem auf einem künstlichen Plateau angelegten Ostpark kann man von den Yorckbrücken bis zum Technikmuseum spazieren und entdeckt dabei viele Bahn-Relikte. Zudem gibt es eine 1300 Quadratmeter große Skateanlage. Der Westpark zieht sich bis zum Potsdamer Platz.

Park am Gleisdreieck, Eingänge u.a. Tempelhofer Ufer/Ecke Möckernstraße, Kreuzberg, U1, 7 Möckernbrücke; Schöneberger Ufer, Tiergarten, U2 Mendelssohn-Barholdy-Park, immer geöffnet, Eintritt frei, www.gruen-berlin.de

Treptow – Uferspaziergang mit Dampferfahrt

Immer am Wasser entlang, nicht die schlechteste Idee für einen Osterspaziergang. „Vom S-Bahnhof Treptower Park führt ein Uferweg Richtung Baumschulenweg, der fast immer in der Sonne liegt“, sagt Sabine Bönning vom Straßen- und Grünflächenamt Treptow-Köpenick. Rund eine halbe Stunde dauert dieser Spaziergang, den man mit einer kulinarischen Pause im Restaurantschiff Klipper verbinden kann. Oder mit einer Dampferfahrt – im Hafen Treptow legen die Schiffe der Stern- und Kreisschifffahrt an und ab.

Treptower Park, Alt-Treptow, Treptow, S8, 9, 41, 42 Treptower Park

Tempelhof – Weitblick in spartanischer Landschaft

Die Weitläufigkeit und der Weitblick begeistern sogar den Parkmanager der Tempelhofer Freiheit immer wieder. „Jetzt sprießt das frische Grün, auf den Wiesen zeigen sich die ersten Wildkräuter“, sagt Michael Krebs. Wer viele Bäume und Blumenrabatten sucht, ist auf dem ehemaligen Tempelhofer Flugfeld nicht an der richtigen Stelle. Wer Großzügigkeit und spartanische Landschaft schätzt, hingegen schon. Bewegen kann man sich zu Fuß, auf dem Rad oder mit Rollen unter den Füßen.

Tempelhofer Freiheit, Haupteingang Tempelhofer Damm, Tempelhof, S 41, 42, 46, 47 S Tempelhof, tägl. 6–20.30, Mai 6–21.30 Uhr, Eintritt frei, www.tempelhoferfreiheit.de, www.gruen-berlin.de