Technologiepark

Neue Firmen, mehr Jobs - Beste Stimmung in Adlershof

Der Technologiepark Adlershof erklärt die Krise nach den Solar-Pleiten für beendet. Deutschlands Nummer eins der Technologieparks wächst kräftig. Zu Technik-Tüftlern kommen jetzt etablierte Firmen.

Foto: Jens Kalaene / picture alliance / ZB

Berlins wichtigster High-Tech-Standort ist weiter auf Expansionskurs. Der Technologiepark Adlershof und seine Umgebung versammeln inzwischen mehr als 1000 Unternehmen und Forschungsinstitute. Der Umsatz stieg im Jahr 2013 um 5,8 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Das gab Hardy Schmitz, Chef der landeseigenen Managementgesellschaft Wista am Mittwoch bekannt.

Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 3,4 Prozent auf 15450. Damit sei Adlershof unter den Technologieparks in Deutschland die Nummer eins und hinter Stockholm, Nizza und Helsinki in Europa vierter.

Die positive Entwicklung werde sich auch im laufenden Jahr fortsetzen. Umfragen unter den Firmen im Technologiepark haben laut Wista ergeben, dass die Hälfte der Firmen für 2014 steigende Umsätze erwarten, nur fünf Prozent gingen von schlechteren Geschäften aus.

Solar-Delle durch neue Firmen ausgeglichen

Die Delle aus der Krise der in Adlershof lange sehr starken Solarbranche ist ausgebügelt. Symbolhaft dafür steht der neue Mieter, der das Gebäude des Pleite gegangenen Photovoltaik-Konzerns Solon bezieht. Atos IT Solutions, der deutsche Ableger eines international operierenden Computerkonzerns, hat 10.000 Quadratmeter im Solon-Haus angemietet und werde dort schrittweise bis zu 600 Mitarbeiter zusammenziehen, sagte Schmitz. Das sei die größte Einzelansiedlung in der Geschichte des Standortes.

Die Entscheidung von Atos liegt im Trend. War Adlershof jahrelang vor allem durch Gründungen und die allmähliche Entwicklung kleiner Technik-Tüftler gewachsen, nehmen zunehmend etablierte Unternehmen aus aller Welt das Wissenschafts- und Wirtschaftsnetzwerk im Berliner Südosten in den Blick. Dass sich der Start des nahegelegenen Hauptstadtflughafens BER verzögert, ändert nach den Worten des Wista-Chefs nichts an der Güte des Standortes: "Die Perspektive des Flughafens ist für internationale Unternehmen nicht mehr wegzubringen", sagte Schmitz.

Berlin will noch mehr Gewerbeflächen schaffen

Gleichzeitig expandieren aber auch die Adlershofer Eigengewächse. Allein 14 Unternehmen seien dabei, eigene Firmensitze mit Produktionsanlagen zu errichten. Darunter sind mit der LTB Lasertechnik und der Bestec GmbH auch zwei Pioniere, die Anfang der 90er-Jahre aus der in Adlershof angesiedelten Akademie der Wissenschaften der DDR hervorgegangen waren.

Um den Bedarf der Unternehmen zu decken, entwickelt die zuständige Wista-Tochter weitere Gewerbeflächen. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) kündigte an, es würden längs der Bahnlinie am Betriebsbahnhof Schöneweide weitere 30 Hektar Grundstücke für Betriebe erschlossen. Ihr Haus fördert die Investition mit 8,2 Millionen Euro aus Wirtschaftsfördermitteln des Bundes und des Landes: "Die Förderbescheide sind raus", sagte Yzer.

"Keine Vermietung um jeden Preis"

Die große Erweiterung des Standortes ist schon bald belegt. Entlang des Großberliner Damms im Norden des Technologieparks hatte die Wista 120.000 Quadratmeter hergerichtet. Davon seien mehr als 80.000 vergeben.

Dabei strebe man in Adlershof in den Gründer- und Technologiezentren nicht "Vermietung um jeden Preis" an, sagte Schmitz. Das Profil müsse passen und das Netzwerk von Forschern und Unternehmern stärken.

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