Komödie am Kudamm

Sonsee Neu und René Steinke streiten sich in „Doppelfehler“

Sie ist die Freundin in „Pastewka“, ihn kennt man aus der RTL-Actionserie „Alarm für Cobra 11“. Nach jahrelanger Theaterpause kehren die Schauspieler Sonsee Neu und René Steinke auf die Bühne zurück.

Foto: Reto Klar

In den vergangenen Jahren war es für Sonsee Neu und René Steinke nicht schlimm, wenn sie ab und an mal den Text vergessen haben. Einfach noch mal auf Anfang, die Szene wiederholen, bis sie perfekt ist – im Fernsehen ist das alles möglich.

Das ist es aber nicht, wenn die Beiden die Rollen von Sandra und Max in „Doppelfehler“ auf der Bühne der Komödie am Kurfürstendamm spielen. Da muss der Text sitzen, damit das „Wort-Pingpong“, wie Steinke es nennt, gelingt.

Am heutigen Sonntagabend feiert das Stück von Barry Creyton Premiere in Charlottenburg – und ist für die beiden Schauspieler, die über lange Zeit hinweg nur in Fernsehproduktionen gespielt haben, eine Rückkehr. „Back to the roots“, wie Steinke es nennt. „Wirklich mal wieder ,spielen‘, im Sinne von eine Geschichte in einem ‚Stück‘ komplett zu erzählen“, habe ihn gereizt, wieder vor Publikum zu spielen. Und für dieses „Erzählen“ bedürfe es im Vergleich zum Film nicht nur Textsicherheit.

„Im Theater muss man einen Saal füllen“

„Im Theater muss man einen Saal füllen, da gilt es, über einen trainierten Sprechapparat zu verfügen“, sagt der Schauspieler. „Ich musste üben, dass dieses Instrument ,Stimme‘ wieder funktioniert“, stimmt Sonsee Neu ihm zu, und berichtet, im Alltag bereits auf ihre mittlerweile lautere Stimme angesprochen zu werden. Vor der Kamera, zum Beispiel seit 2005 bei „Pastewka“ oder gar in ihren Anfängen bei „Emergency Room“ neben George Clooney, musste sie ihre Stimme nicht anders als im normalen Leben benutzen.

Gelernt haben beide Darsteller das Schauspiel dennoch auf der Bühne. Sonsee Neu in New York, Steinke an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Eine Zeit, an die er sich gerne zurückerinnert – obwohl er erst beim fünften Mal durch die Aufnahmeprüfung gekommen war. „Ich könnte jetzt erzählen: Die Idioten von der Schauspielschule haben Talente nicht erkannt“, sagt Steinke. „Aber das ist Quatsch. Denn am Anfang hat es einfach nicht gereicht für mich.“

1999 übernahm Steinke eine der Hauptrollen in der Actionserie „Alarm für Cobra 11“, spielte unter anderem in „Der letzte Bulle“, und gehört seit 2012 zum festen Ensemble der Serie „Danni Lowinski“ neben Annette Frier. Sonsee Neu und er kannten sich bereits aus „Pastewka“ – für beide ein Grund, das Stück am Kudamm gemeinsam anzugehen. „Besonders bei so einer so intensiven Arbeit, da müssen zwei Personen als Schauspieler schon harmonieren. Sonst geht das mit Pauken und Trompeten den Bach herunter“, sagt Steinke, der einen Mittvierziger spielt, der fünf Jahre nach der Scheidung seine Ex-Frau wieder trifft und mit ihr einen erneuten Beziehungsversuch startet. Die Alltagsprobleme von damals sind jedoch schneller wieder da, als gedacht.

„Ich nehme vieles aus eigener Lebenserfahrungen mit in das Stück hinein, auch aus meinen ehemaligen Beziehungen“, erzählt Sonsee Neu. Und auch René Steinke sieht Parallelen zu seinem eigenen Leben. „So albern wie es klingt, aber ich war selten an einem Typen so nah dran“, gesteht der Schauspieler. Eins ist jedoch sicher: So laut wie auf der Bühne spricht er im wahren Leben nicht.

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