Berlin-Neukölln

Demonstranten erinnern an ermordeten Burak B.

Vor zwei Jahren wurde Burak B. in Neukölln erschossen. Bis heute ist der Täter flüchtig. Familie und Unterstützer fordern bei einem Trauermarsch, dass die Polizei gezielt im Neonazi-Milieu ermittelt.

Foto: Florian Schuh / dpa

Zum Gedenken an den vor zwei Jahren in Berlin-Neukölln ermordeten Burak B. wollen wieder mehrere hundert Menschen demonstrieren. Der Trauermarsch zum zweiten Todestag des nur 22 Jahre alt gewordenen Opfers beginnt am Sonnabend um 14 Uhr am S- und U-Bahnhof Neukölln.

Der Mord an Burak B. in der Nacht zum 5. April 2012 ist noch nicht aufgeklärt. Eine Initiative von Verwandten, Freunden und Bekannten des Getöteten vermutet Neonazis oder Ausländerfeinde als Täter. Die Polizei hat nach eigener Aussage keine Hinweise in diese Richtung, kann es aber auch nicht ausschließen.

Ein Unbekannter hatte damals das Feuer auf eine Gruppe von fünf jungen Männern eröffnet. Burak B. starb kurz darauf an den Schussverletzungen, zwei andere Männer wurden lebensgefährlich verletzt. Die Initiative fordert seit längerem, dass gezielt in Richtung eines rassistischen oder neo-nazistischen Verbrechens ermittelt wird.

Der Leiter der 6. Mordkommission, Bernhard Jaß, sagte kürzlich, die Kripo sei auch dem Verdacht eines rechtsextremen Hintergrundes nachgegangen. "Aber wir haben nichts gefunden." Man habe Verständnis für die Trauer der Angehörigen und deren Suche nach einem Motiv. "Aber wir kennen es nicht", sagte Jaß. "Es gibt keine Hinweise, es ist völlig offen. Wir können allerdings auch nichts ausschließen." Die Mordkommission werde weiter ermitteln, betonte der Fahnder.

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