Verkehr

ADAC fordert bessere Angebote für Berliner Pendler

Die Zahl der Berufspendler von Brandenburg nach Berlin und umgekehrt ist 2013 erneut gestiegen. BVG und Bahn erweitern ihr Angebot – der ADAC fordert einen weiteren Ausbau der Park-and-Ride-Flächen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Zahl der Berufspendler von Brandenburg nach Berlin und umgekehrt ist im Jahr 2013 erneut gestiegen. Das stellt besonders Regional- und S-Bahn sowie BVG vor Herausforderungen. Ein S-Bahn-Sprecher wies darauf hin, dass die Verkehrsleistung der Unternehmen nur erhöht werde, wenn die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg dies bestellten – und bezahlten.

Dies sei bei der S-Bahn zuletzt auf der Stadtbahn und nach Teltow-Stadt geschehen. Eine großflächige Erweiterung wäre aber bei der S-Bahn wegen des Zugmangels nicht möglich, so der Sprecher. Zudem sei auf vielen eingleisigen Strecken aus technischen Gründen nur ein 20-Minuten-Takt machbar.

Bahnkenner sagten, Pläne für Taktverdichtungen scheiterten auch oft am Geldmangel der Landesregierungen, vor allem an dem der Brandenburger. Dennoch betonten Sprecher der S-Bahn und der BVG: Auch wenn Züge oft voll seien, hätten sie kein Kapazitätsproblem. Die BVG erweitert nach entsprechenden Vereinbarungen mit dem Senat Ende April ebenfalls ihr Angebot – allerdings nicht bei der U-Bahn, sondern im Bus- und Straßenbahnnetz.

ADAC will weiteren Ausbau von Park-and-Ride-Flächen

Auch der Fahrgastverband IGEB sieht kaum Probleme für Berufspendler in Berlin, dafür umso mehr im Umland. „Brandenburg muss Antworten auf die Herausforderungen finden. Die sehen wir aber nicht“, kritisierte IGEB-Sprecher Jens Wieseke. Das Verkehrsministerium setze zu sehr auf die Regional- und nicht ausreichend auf die S-Bahn.

Wenn 2017 die Hochgeschwindigkeitsstrecke nach München in Betrieb gehe, änderten sich die Rahmenbedingungen aber entscheidend, warnte Wieseke. Er forderte deshalb den Ausbau der S-Bahn-Strecken von Berlin nach Potsdam, Falkensee und Velten. Zusätzliche Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand sieht Wieseke „zwiespältig“. Das Park-and-Bike-Konzept für Rad- und Bahnnutzer sei „viel spannender“. Allerdings müssten dann neue Wohnsiedlungen in Brandenburg entlang der Bahn entwickelt werden.

Der ADAC hingegen fordert weitere Park-and-Ride-Flächen. In Brandenburg hätten die Berufspendler meist gar keine andere Möglichkeit, als mit dem Auto zum Bahnhof zu fahren, sagte Jörg Becker, Leiter Verkehr beim ADAC. Zudem müsse das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs „qualitativ und quantitativ“ verbessert werden und für die Nutzer in Verbindung mit dem Parkticket preislich attraktiv sein. Immerhin würden sich inzwischen beide Landesregierungen für die Pendler verantwortlich zeigen. Mit dem Landkreis Barnim und dem Bezirk Pankow werde ein Pilotprojekt für Pendler vorbereitet. Der Parkplatz ist in Zepernick (Gemeinde Panketal) geplant.