Berufspendler

290.000 Menschen kommen täglich zum Arbeiten nach Berlin

Die Zahl der Menschen, die von außerhalb zum Arbeiten nach Berlin kommen, ist gestiegen. Sie stammen vor allem aus dem Speckgürtel. Aber auch viele Berliner fahren zur Arbeit nach Brandenburg.

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In Berlin und Brandenburg ist die Zahl der Berufspendler im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. So kamen im zweiten Quartal 293.800 Beschäftigte von außerhalb zum Arbeiten nach Berlin, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag in Potsdam mitteilte. Das waren 7100 Menschen (2,5 Prozent) mehr als im Vergleichszeitraum 2012.

Damit wohnte jeder sechste in Berlin Erwerbstätige nicht in der Stadt. Nach Brandenburg kamen 143.900 Beschäftigte von außerhalb, dies entspricht einem Anstieg von 3,6 Prozent. Zugleich pendelte jeder zehnte Berliner Erwerbstätige (168.300 Personen) zur Arbeit. In Brandenburg waren es 291.900 Menschen und damit fast jeder vierte Erwerbstätige. Die Pendler fuhren zumeist in die benachbarten Bundesländer zur Arbeit.

Damit stieg auch der sogenannte Pendlerüberschuss in Berlin ein weiteres Mal: Es kommen demnach 125.500 mehr Menschen zum Arbeiten nach Berlin, als aus der Stadt für einen Job herausfahren. Zuvor war dieser Überschuss noch um 3000 Menschen geringer. Die Zahl der Erwerbstätigen lag mit 1.780.200 in der Stadt im zweiten Quartal 2013 ebenfalls höher als im Vorjahr, der Anstieg fiel mit zwei Prozent allerdings etwas geringer aus als der bei den Berufspendlern.

Die Hälfte der Pendler arbeitet in Brandenburg

Knapp drei Viertel der Pendler in Berlin kamen aus Brandenburg und hier vor allem aus den Kreisen Oberhavel, Barnim und Märkisch-Oderland. Erstaunlich: Knapp 2000 Pendler kamen aus dem Ausland. Etwa die Hälfte der Berliner Pendler arbeitete in Brandenburg, insbesondere in Potsdam und dem Kreis Dahme-Spreewald, wo der neue Flughafen liegt. Jeder achte Berliner Pendler arbeitete in Nordrhein-Westfalen.

Der Senat wertete die Entwicklung positiv. „Der Pendlerüberschuss nach Berlin nimmt stetig zu. Das zeigt sehr deutlich: Der Wirtschaftsstandort Berlin ist hoch attraktiv für Beschäftigte. Dies spiegelt sich auch in der Zahl der Erwerbstätigen insgesamt wieder, die sich 2013 ebenso wie die Wirtschaftsleistung in der Hauptstadt überdurchschnittlich gut entwickelt hat“, sagte Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU).

Der Berliner Fahrgastverband IGEB sagte, das Angebot für Berufspendler, die mit der Bahn unterwegs sind, müsse vor allem im Umland verbessert werden. „Brandenburg muss Antworten auf die Herausforderungen finden“, erklärte IGEB-Sprecher Jens Wieseke. Er nannte den zweigleisigen Ausbau der S-Bahn nach Potsdam und den Ausbau der Strecken nach Falkensee und Velten als wichtigste Ziele. Der ADAC Berlin-Brandenburg mahnte, die Staus auf den Ein- und Ausfallstraßen nähmen ständig zu. Jörg Becker, Leiter Verkehr beim ADAC, forderte, das Angebot an Park-and-Ride-Plätzen auszubauen und für Berufspendler auch preislich attraktive Angebote im Bahnverkehr zu schaffen.