Berliner Autorin

„Halbwesen“ und „Onanieverbot“ - Lewitscharoff sorgt für Eklat

Die Büchnerpreisträgerin Sibylle Lewitscharoff hat bei einer Rede im Staatsschauspiel Dresden gegen künstliche Befruchtung gewettert - und dabei auch Kinder angegriffen. Der Veranstalter ist entsetzt.

Foto: rh / picture alliance / Bernd Kammere

Eine Rede der Berliner Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff über Geburt und Tod hat zu heftiger Kritik des Veranstalters, des Staatsschauspiels Dresden, geführt. In einem offenen Brief wirft Chefdramaturg Robert Koall der Büchnerpreisträgerin gefährliche Stimmungsmache und indirekt die Verletzung der Menschenwürde vor.

Er bezieht sich dabei auf scharfe Kritik der 59-Jährigen an der künstlichen Befruchtung, die sie bei der Rede am vergangenen Sonntag geäußert hatte. Darin hatte Lewitscharoff ihre "Abscheu" über Kinder geäußert, die auf solch „abartigen Wegen“ entstanden seien - und ein „Onanieverbot“ gefordert. Kinder, die durch künstliche Befruchtung entstanden sind, bezeichnete sie als „Halbwesen“. Sie seien nicht ganz echt, „sondern zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas.“

Chefdramaturg Koall schreibt dazu in dem offenen Brief: „Man muss sehr viel Selbstbeherrschung aufbringen, um sich vom Sprachduktus nicht an Zeiten erinnert zu fühlen, in denen eine solche Wortwahl dazu diente, die Würde von Menschen antastbar zu machen.“

Die gesamte Rede der Schriftstellerin finden Sie in einer Audiodatei des Schauspielhauses hier.