Urteil

Gericht stoppt Wasserbecken-Bau auf dem Tempelhofer Feld

Weil erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung bestünden, darf der künstliche See vorerst nicht auf dem Tempelhofer Feld gebaut werden. Der BUND hatte dagegen geklagt.

Foto: Senatsverwaltung

Im Streit um die Neugestaltung des Tempelhofer Feldes hat der Berliner Senat vorerst eine Schlappe einstecken müssen. Das Verwaltungsgericht kippte am Freitag die Pläne für den Bau eines Wasserbeckens auf dem ehemaligen Flughafengelände, wie es in einer Mitteilung hieß.

Der Umweltverband BUND hatte im vergangenen November gegen den Bau des künstlichen Sees geklagt. Es bestünden erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung, begründete das Gericht nun seine Entscheidung.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt habe nicht erkannt, dass es sich bei dem Vorhaben im rechtlichen Sinne um ein Gewässer handele, sagte ein Gerichtssprecher. Daran müsse ein höherer Prüfungsaufwand gestellt werden – und das sei nicht passiert. Der Beschluss wurde im Eilverfahren gefasst, ein endgültiges Urteil steht noch aus. Der Senat kann aber schon gegen den Beschluss Beschwerde einlegen.

Das Becken ist nur ein Streitpunkt im Konflikt um das Tempelhofer Feld

Der Berliner BUND forderte den Senat in einer Mitteilung auf, die Baugenehmigung vom vergangenen Oktober zurückzuziehen und ein transparentes Verfahren zu starten. Pro und Kontra seien nicht ausreichend diskutiert worden.

Das Becken ist nur ein Streitpunkt im Konflikt um das Tempelhofer Feld. Der Senat will die Ränder der Freifläche bebauen. Die Bürgerinitiative "100% Tempelhofer Feld" will das mit ihrem Gesetzentwurf zum Volksentscheid am 25. Mai verhindern und die Fläche insgesamt so belassen, wie sie ist.

Die Senatsverwaltung war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

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