Diskrete Gespräche

Sperre mit Pollern vor britischer Botschaft könnte weichen

Ein Straßenstück an der britischen Botschaft in Berlin ist mit Pollern gesperrt. Ein Schutz vor allem vor Autobomben. Verkehrspolitiker Friederici fordert, die Straße zu öffnen. Aus gutem Grund.

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Seit fast elf Jahren ist die Wilhelmstraße zwischen Behrenstraße und Unter den Linden gesperrt. Jetzt gibt es offenbar wieder Gespräche über eine Öffnung des Straßenstücks vor der britischen Botschaft. Denn die Sperrung ist nicht nur lästig für die Autofahrer, die dort im Stau stehen. Sie sei auch gefährlich, findet der Berliner Verkehrspolitiker Oliver Friederici (CDU): für die Patienten in den Notarztwagen, die auf dem Weg zur Charité in Mitte einen Kilometer Umweg fahren müssen. „Die Wilhelmstraße ist eine zentrale Zufahrtstraße zur Charité“, sagt Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der Unions-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Die Gefährdungslage für britische Bürger im Ausland sei „aktuell nicht mehr ganz so groß“, sagt er, „deshalb sollte man jetzt die Straße öffnen“.

Verhandlungen über die Lockerung der Totalsperrung

Das Magazin „Cicero“ berichtet, Berliner Verkehrs- und Sicherheitspolitiker verhandelten „seit ein paar Wochen intensiv und diskret mit Spitzenbeamten der zuständigen Bundesministerien darüber, ob und wie die Totalsperrung gelockert werden könnte“. Friederici bestätigt, dass es diese Gespräche gibt, wer daran beteiligt sei, sei aber vertraulich. Zuständig für eine Entscheidung, ob die wichtige Berliner Nord-Süd-Verbindung für Autofahrer weiterhin komplett gesperrt bleiben müsse, sei die Bundesregierung.

Friederici spricht sich für eine „Teillösung“ aus: Die Wilhelmstraße sei vor der Botschaft vierspurig: „Man könnte eine Spur in jede Richtung freigeben.“ Die beiden anderen Spuren könnten dann weiterhin mit Pollern abgesperrt bleiben, um die Sicherung des Botschaftsgebäudes zu gewährleisten.

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