Rettungswege

Auf dem Hydranten zu parken kann richtig teuer werden

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Andreas Gandzior

Foto: Gandzior

Feuerwehr und Polizei haben Rettungswege in Charlottenburg kontrolliert und 64 Verkehrsverstöße ermittelt. 14 Autos wurden umgesetzt, 13 Fahrzeughalter fuhren ihre Autos selbst weg.

Es ist 4.46 Uhr am Donnerstagmorgen. In der dritten Etage eines Altbaus an der Wilhelmshöher Straße in Friedenau brennt es. Das Feuer hat sich bereits in das vierte Obergeschoss und den Dachstuhl ausgebreitet. Für die Feuerwehr zählt jede Minute.

Doch der große Drehleiterwagen der Feuerwehr trifft mit Verspätung am Brandort ein. Das Rettungsfahrzeug muss einen Umweg fahren, weil Autofahrer achtlos im Halteverbot zu nah an Straßenecken geparkt haben.

Zugeparkte Rettungswege

Nur einen Abend später: 20 Uhr, Charlottenburg. Ein Tross von Polizei- und Feuerwehrfahrzeugen setzt sich in Bewegung. Gemeinsam möchten sie auf die Gefahr von zugeparkten Rettungswegen aufmerksam machen. Der Weg führt die Uniformierten durch die kleinen Alleen in Westend. „Wir haben vor etwa einer Woche in der Gegend auf diese Aktion mit Aushängen hingewiesen“, sagt der Einsatzleiter, Polizeioberrat Martin Röhrig. „Wir werden konsequent Strafzettel schreiben und wenn nötig, auch Fahrzeuge umsetzen.“

Die ersten Kreuzungen und Ecken rund um den Brixplatz können noch anstandslos passiert werden. Eng wird es an der Hessen- Ecke Bayernallee. Daniel Grosse von der Freiwilligen Feuerwehr Suarezstraße braucht trotz jahrelanger Routine hinter dem Lenkrad des Drehleiterfahrzeugs mehrere Minuten und Einweisungen von seinem Beifahrer, bis er um die Ecke kommt. Im Notfall würden die Einsatzkräfte so einen Pkw auch mal umheben. „Sechs Mann, vier Ecken, dann ist ein Kleinwagen schnell mal weg“, verrät ein Feuerwehrmann.

Parken in der Feuerwehrzufahrt kostet 250 Euro

Vom Blaulicht aufgeschreckt steht aufgeregt ein Mann in Jogginganzug und Badelatschen vor den Polizeibeamten. Es ist nicht sein Fahrzeug, das die Ecke fast blockiert. Er parkt auf einem Hydranten. „Im Notfall könnten wir den nicht nutzen, um Löschwasser zu bekommen“, sagt Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer. Er erklärt dem Mann das Hydrantenzeichen, das unterhalb des Straßenschildes montiert ist. So kann die Feuerwehr die Hydranten auch bei Schnee finden. An der Hölderlinallee wird dann der Fahrer des Abschleppwagens aktiv. Dort hat jemand eine Feuerwehrzufahrt zugeparkt. Das wird ihn ungefähr 250 Euro kosten, sagen die Polizisten.

Die gemeinsame Aktion von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und den Ordnungsämtern Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau fand zeitgleich in Haselhorst, Westend, Schmargendorf und rund um den Klausenerplatz statt. Bilanz nach zwei Stunden Einsatz: 64 ermittelte Verkehrsverstöße. 14 Fahrzeuge wurden umgesetzt, 13 Fahrzeughalter konnten erreicht werden und fuhren ihre Autos selbst weg.