Kein Umzug

Stadtbärin Schnute bleibt in ihrem Zwinger in Berlin-Mitte

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Katrin Lange

Die 33 Jahre alte Stadtbärin Schnute wird nicht in einen Bärenpark umziehen. Die Bezirksverordneten von Mitte lehnten einen entsprechenden Antrag ab. Nun wird über einen Volksentscheid nachgedacht.

Berlins Stadtbärin Schnute wird auch weiterhin in ihrem Gehege am Köllnischen Park im Bezirk Mitte bleiben. Die Bezirksverordneten haben einen Antrag der Grünen, die das Tier in einen Bärenpark im Land Brandenburg umsiedeln wollen, mehrheitlich mit den Stimmen von CDU und SPD abgelehnt.

Die Fraktion der Grünen argumentierte, dass die 33 Jahre alte Bärin auch ohne Narkose transportfähig sei und allein genug Platz im Transportkäfig habe. Aus diesem Grund stehe nach Ansicht der Fraktion der Umsiedlung von Schnute nach der Winterruhe nichts im Weg. Ein Tierschutzverein hatte angeboten, für Kosten und Haftung aufzukommen.

CDU und SPD sehen dagegen zu viel Stress für das alte Tier. Das Gehege am Köllnischen Park soll nun noch einem für Schnute umgebaut werden.

Schon seit langem hatten die Grünen und das Berliner Bärenbündnis – einem Zusammenschluss von Tierschutzorganisationen – die Umsiedlung der beiden Stadtbären Maxi und Schnute in gefordert. Mittlerweile ist Maxi vor mehr als einem halben Jahr im Alter von 27 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben.

Das Bezirksamt hat die Umsiedlung der beiden Bären unter anderen aufgrund der großen Strapazen für die Tiere abgelehnt. Um sie zu trennen und einzeln in Transportkäfige zu sperren, hätten sie narkotisiert werden müssen. Das sei den alten Tieren nicht zuzumuten gewesen, hatten auch mehrere Gutachten, unter anderem vom Amtstierarzt ergeben.

Berliner sollen abstimmen

Stefan Klippstein, Pressesprecher vom Berliner Bärenbündnis, ist sauer: „Es wurde überhaupt nicht darüber geredet, was das Beste für den Bären ist, es ging ausschließlich um politisches Geschacher.“

Der Bärenzwinger koste das Land Berlin jedes Jahr rund 100.000 Euro. „Dieses Geld könnte man sparen und zudem Schnute die Freiheit schenken“, so Klippstein am Freitag. Er wiederholte das Angebot vom Berliner Bärenbündnis, dass sämtliche Transport- und Unterbringungskosten von der Vereinigung getragen würden, wenn man den Bären freigibt.

Nun werde über einen Volksentscheid nachgedacht. „Wir denken, dass die Bürger über die Zukunft von Schnute entscheiden sollen, schließlich ist es das Wappentier von Berlin“, sagte Klippstein. Derzeit prüft das Bärenbündnis, ob ein Volksentscheid über das Schicksal von Schnute entscheiden kann. „Sollte dem so sein, geben wir noch mal richtig Gas, wir wollen Schnute retten“, kündigt Klippstein abschließend an.

Das Berliner Bärenbündnis ist ein Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen aktion tier e.V., Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, animal public e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Deutsches Tierschutzbüro e.V. und Tasso e.V.