Vorstellungsrunde

Berlins neuer Zoo-Chef will es ohne weiße Löwen schaffen

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Regina Köhler

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Der künftige Direktor des Berliner Zoos, Andreas Knieriem, stellte sich den Fragen des Fördervereins von Zoo und Tierpark. Dabei räumte er ein: Er sei kein Messias und kein Bademeister.

„Was halten Sie von weißen Löwen“, fragt ein Berliner Andreas Knieriem. Der Noch-Direktor des Münchener Zoos, der bald Direktor von Zoo und Tierpark Berlin sein wird, lächelt. „Ich sehe das nicht als unsere Aufgabe an“, sagt er salomonisch. „Wir werden das auch ohne weiße Löwen schaffen.“ Applaus im Saal und zustimmendes Gemurmel.

Etwa 300 Mitglieder des Fördervereins für Zoo und Tierpark sind an diesem Dienstagabend in das Zoo-Restaurant gekommen, um den „Neuen“ persönlich kennen zu lernen. Einige haben viele Fragen, andere wollen einfach nur mal hören, was Knieriem so zu sagen hat.

Viel ist das nicht. Bis Ende des Jahres soll es einen Ziel- und Entwicklungsplan für Zoo und Tierpark geben, kündigt Knieriem an. Viel mehr könne er noch nicht verraten. Zum einen sei er ja noch Direktor des Münchener Zoos, zum anderen gebe es noch einen amtierenden Direktor in Berlin. „Der hinterlässt übrigens eine zoologische Einrichtung mit gutem internationalen Ruf, auch wenn manches nicht rund gelaufen sein mag“, sagt Knieriem und bittet um Applaus für Bernhard Blaszkiewitz. Die Anwesenden klatschen.

Er sei kein Messias, sagt Knieriem. Er sei ein normaler Mensch, mit Frau – die übrigens aus Berlin stammt – und Kind. Er habe Tiermedizin studiert und liebe diesen Beruf. „Schön war, wenn man Tiere in der Narkose anfassen konnte, die man ansonsten nie hätte anfassen können. Was denken sie, was für ein weiches Fell manche haben.“ Doch mit solchen Dingen sei es schon lange vorbei für ihn. „Als Zoodirektor muss ich ein Mann der Zahlen sein und mich darum kümmern, dass sowohl meine Mitarbeiter als auch die Besucher zufrieden sind.“ Sein Ziel in Berlin: Mehr Besucher für den Zoo und vor allem für den Tierpark zu interessieren und diese Besucher für Tiere und Natur zu begeistern.

Diepgen moderierte die Fragerunde

Der Vorstellungsrunde folgt eine Fragerunde, moderiert von Eberhard Diepgen, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung der Freunde der Hauptstadtzoos. Die erste Frage: Was sagt Knieriem zum Vorschlag von SPD-Fraktionschef Raed Saleh, im Tierpark ein Schwimmbad einzurichten? „Ich bin kein Bademeister“, lautet die Antwort. Da gebe es Fachleute, deren Expertise werde er einholen.

Ein Mann will wissen, was mit den Füchsen wird, die in Zoo und Tierpark großen Schaden anrichten. Knieriem sagt, dass auch er gerne im Zoo leben würde, wenn er ein Fuchs wäre. „Die fühlen sich wohl hier.“ Dann wird er ernst. Er habe bereits Schlupflöcher entdeckt. „Da kann man was machen, Umfriedung ist ein Thema.“ Viel Applaus gibt es, als Knieriem ankündigt, dass er vor allem die Pfleger dafür verantwortlich machen wolle, dass die Zoo-Tiere künftig angemessen beschäftigt werden. Spätestens jetzt hat der Neue gewonnen.

Foto: Stephanie Pilick / dpa