Berlin-Mitte

St. Hedwig soll Wahrzeichen deutscher Katholiken werden

Berlin Kardinal Woelki hat mit seiner Bischofskirche am Bebelplatz in Mitte große Pläne. Mehr als 450 Architekten-Büros haben sich für den Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale beworben.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Sie liegt im Herzen Berlins: Die Hedwigs-Kathedrale ist nur einen Steinwurf von der Museumsinsel, dem künftigen Berliner Schloss und der Staatsoper Unter den Linden entfernt. Kardinal Woelki hat mit dem anstehenden Umbau große Pläne.

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki will die St. Hedwigs-Kathedrale mit ihrer Renovierung zum Wahrzeichen der katholischen Kirche in Deutschland machen. Die Kathedrale stehe durch ihre Pantheon-Form seit jeher für kulturelle Offenheit und weltanschauliche Toleranz, zu DDR-Zeiten sei sie eine Insel der Freiheit gewesen, sagte Woelki am Sonntag. „Es war die erste katholische Kirche, die nach der Reformation in Berlin entstand. Sie ist der Ort, der für uns als Erzbistum Berlin, aber auch als katholische Kirche in der Hauptstadt auch bundespolitisch bedeutsam ist.“

Um die derzeit geplante Neugestaltung der 1773 geweihten Kirche im Zentrum der Stadt haben sich mehr als 450 Architektur-Büros beworben. „Wir hoffen, dass wir bis September, Oktober einen Entwurf haben, auf den sich alle verständigen können“, sagte Woelki. Sein Ziel sei, die Kirche mit einem Wissenschaftskolleg, einer Dom-Singschule und einem Caritas-Projekt zu verbinden.

Woelki verlässt sich Finanzierung auf Gott

Zu den Kosten für den geplanten Umbau wollte sich der Kardinal nicht äußern. „Ich habe gesagt: Lieber Gott, Du musst jetzt zeigen, was Du drauf hast. Ich verlasse mich einfach auf Dich“, sagte der 57-Jährige. Er bemühe sich um Spenden und staatliche Unterstützung. Expertenschätzungen zufolge könnte der Umbau – abhängig vom ausgewählten Entwurf – bis zu 40 Millionen Euro kosten.

Trotz der Diskussion um kirchliche Baukosten wie zuletzt beim beurlaubten Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hält Woelki die Renovierung eines zentralen Kirchenbaus wie der St. Hedwigs-Kathedrale für unverzichtbar: „Die Kirche hat als Kulturträger auch die Verpflichtung, das kulturhistorische Erbe für die nachfolgenden Generationen zu erhalten und zu gestalten.“

Der einst von Friedrich dem Großen genehmigte und im Krieg weitgehend zerstörte Bau sei nach der Wiedereinweihung mehr als 30 Jahre nicht renoviert worden. Der Innenraum entspreche zudem nicht mehr den liturgischen Erfordernissen, die Technik sei veraltet, so Woelki.

In dem Architektenwettbewerb trifft die Jury Anfang März 2014 eine Vorauswahl. In einer zweiten Phase sollen dann die gekürten 15 Vorschläge weiter entwickelt werden, bis im Herbst die abschließende Entscheidung fällt. Woelki sagte, er rechne mit erheblichen Diskussionen. „Für die Christen aus dem Osten war St. Hedwig ein wichtiger Ort der Freiheitserfahrung. Es wird manchem schwerfallen, sich eine Umgestaltung vorzustellen.“