Dresdner Bahn

Bahnchef Grube für Tunnellösung in Lichtenrade

Im Streit um die Dresdner Bahn in Lichtenrade zeichnet sich eine Lösung ab. Erstmals hat Bahnchef Rüdiger Grube für eine Tunnellösung plädiert. Die Bürgerinitiative jubelt.

Foto: Bürgerforum Zukunft Lichtenrade,Illustration/Visualisierung Grafikmaschine

Beim Ausbau der Dresdner Bahn in Lichtenrade ist jetzt ein Durchbruch erzielt worden: Erstmals hat sich Bahnchef Rüdiger Grube für eine Tunnellösung ausgesprochen. Das berichten Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete übereinstimmend nach einem Treffen mit Grube am Montag. Die Bahn selbst wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Mehr als 15 Jahre kämpft eine Bürgerinitiative bereits gegen die Pläne der Bahn für eine ebenerdige Strecke durch Lichtenrade. Das Eisenbahnbundesamt (Eba) bearbeitet entsprechende Bauunterlagen. Nun fordert der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak, dass das Verfahren gestoppt und die neue Variante geplant werde. Die Tunnellösung biete die Chance, dass Lichtenrade nicht in zwei Teile gespalten werde, sagte Luczak. Staatssekretär Michael Odenwald vom Bundesverkehrsministerium habe bereits im vergangenen Jahr bei einer Ortsbesichtigung in Lichtenrade signalisiert, mit einer Tunnellösung einverstanden zu sein. Jetzt sei das Land Berlin in der Bringeschuld. "Es geht um 50.000 Lichtenrader und um die Anbindung an den BER", sagt Luczak.

Kai Wegner, CDU-Bundestagsabgeordneter und Generalsekretär seiner Partei in Berlin, fordert vom Senat und der SPD, die Vereinbarung im Koalitionsvertrag umzusetzen. Dort heißt es, Berlin werde sich an einer Tunnellösung finanziell beteiligen, wenn der Bund und die Bahn dies ebenfalls tun.

Bürgerinitiative reagiert "mit großer Freude"

Die Bürgerinitiative Dresdner Bahn hat am Mittwoch "mit großer Freude" zur Kenntnis genommen, dass die Bahn "nun auch für eine Tunnellösung ist". Das sagte der stellvertretende Vorsitzende Rainer Welz der Berliner Morgenpost. Um eine Tunnellösung tatsächlich zu erreichen, sei es unabdingbar, dass die Bahn "mit im Boot ist". Die BI habe in vielen Gesprächen deutlich gemacht, dass sie gegen eine ebenerdige Lösung prozessieren würden und das auch finanzieren könnten. Die Mitglieder der Bürgerinitiative hätten sich im Laufe der 15 Jahre sehr viel Fachwissen angeeignet. Dieses Wissen habe dazu beigetragen, dass die Bahn im Laufe der Jahre insgesamt 13 verschiedene Varianten einer ebenerdigen Trassenführung unterbreitet habe.

Auch Rainer Welz betonte die Wichtigkeit der Verabredung zwischen SPD und CDU auf Landesebene: "Die Schachtel im Schaufenster des Koalitionsvertrages muss mit Leben gefüllt werden." Jetzt, wo Bewegung in die Sache komme, dürfe Berlin nicht auf Zeit spielen. Das Bundesverkehrsministerium habe bereits im Herbst Entgegenkommen signalisiert und deutlich gemacht, dass eine Tunnellösung politisch vorstellbar sei. Auch dort habe sich im vergangenen Jahr mit dem Wechsel zu Staatssekretär Michael Odenwald (CDU) viel verändert: "Vorher sind wir 14 Jahre gegen ein Bollwerk der Ministerialbürokratie angelaufen", so Welz.

Nun wird es wesentlich darauf ankommen, mit welcher Summe sich das Land Berlin an einer Tunnellösung in Lichtenrade beteiligen würde. Aus Senatskreisen wurde bereits vor zu großer Euphorie gewarnt. Letztlich müsse jedes Projekt aus dem Etat für Investitionen finanziert werden. Und die Äußerungen von Michael Odenwald zur Dresdner Bahn seien im Wahlkampf gefallen, daher sei man "skeptisch abwartend". Die Bürgerinitiative drängt darauf, dass die Gespräche zwischen Bund und Berlin von den Verkehrsstaatssekretären Christian Gaebler (SPD) und Michael Odenwald schnell wieder aufgenommen werden. Nach Morgenpost-Informationen bemüht sich zudem der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) um einen Gesprächstermin mit dem neuen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Themen sollen der BER und die Dresdner Bahn sein.

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