IHK-Fachkräftemonitor

In Berlin fehlen 59.000 Fachkräfte - IHK will mehr Azubis

Die Berliner IHK hat den Kampf gegen den Fachkräftemangel zum „wichtigsten Thema für die Stadt“ erklärt. Die IHK will mehr Ausbildung - allerdings in den Unternehmen und nicht außerbetrieblich.

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Berlins Industrie- und Handelskammer (IHK) hat von Unternehmen und Politik deutlich größere Anstrengungen gefordert, um junge Leute auszubilden. Schon heute fehlten in den Betrieben der Stadt 59.000 Fachkräfte, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder am Mittwoch. Besonders großen Mangel weist der IHK-Fachkräftemonitor für die wirtschaftsnahen Dienstleistungen, die Bauwirtschaft und das Transport- und Verkehrsgewerbe aus. Hier können zwischen 6 und 9 Prozent der Stellen nicht qualifiziert besetzt werden.

Der Kampf gegen den Fachkräftemangel sei „das wichtigste Thema für die Stadt“, sagte Eder. Die demografische Entwicklung schlage inzwischen voll auf den Ausbildungsmarkt durch, so die Beobachtung der IHK. Inzwischen seien die Betriebe die eigentlichen Bewerber, weil sie sich um Azubis kümmern müßten, so Eder.

Schulabgänger sollen ins duale Ausbildungssystem

Umso wichtiger sei es, dass kein Jugendlicher ohne eine Ausbildung bleibe. Vom Senat verlangte die Wirtschaft aber, die außerbetrieblichen Angebote für Schulabgänger zurückzufahren und die Jugendlichen stattdessen ins duale Ausbildungssystem zu lenken.

Viele Betriebe können die Angebotenen Lehrstellen nicht besetzen. 17 Prozent der ausbildungswilligen Firmen habe keine einzige Bewerbung erhalten. Auch deshalb ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent auf 8776 zurück gegangen.

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