Grill-Unglück

Familie grillt mit Holzkohle in der Wohnung - Rauchvergiftung

Unfassbarer Leichtsinn einer Berliner Familie: Sie nahm beim Grillen ihren Holzkohlegrill vom Balkon mit in die Wohnung. Mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen kamen die Menschen in die Klinik.

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Sechs Menschen sind am Sonnabend beim Grillen in einer Wohnung in Reinickendorf verletzt worden. Die vier Kinder und zwei Erwachsenen kamen mit Kohlenmonoxid-Vergiftung ins Krankenhaus. „Dort wurden sie mit Sauerstoff behandelt, damit das giftige Gas wieder aus ihren Körpern kommt“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagmorgen.

Am Abend hatten die zwei 45 und 24 Jahre alten Frauen mit den Kindern im Alter von 4, 8, 15 und 16 Jahren zunächst auf dem Balkon den Holzkohlegrill entfacht, wie die Polizei berichtete. Doch draußen sei es den Kindern bald zu kalt geworden, also habe die 45 Jahre alte Mutter den Grill mit in die Wohnung genommen, hieß es weiter. Dort sei ihnen schlecht geworden und die Frau alarmierte die Feuerwehr. Kinder und Erwachsene hätten über „heftige Übelkeit und Bauchschmerzen“ geklagt, sagte der Sprecher der Feuerwehr.

Ex-Mann erstattet Anzeige gegen die Mutter

Die alarmierten Rettungskräfte hätten ein schlimmeres Unglück verhindern können. Kohlenmonoxid ist ein geruchloses Atemgift, das zum Erstickungstod führen kann. Beim Grillen in geschlossenen Räumen gelangt es in hoher Konzentration in die Luft. Der Ex-Mann der Frau hat laut Polizeiangaben Anzeige gegen die 45-Jährige wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht gestellt.