JSA Plötzensee

Justizsenator Heilmann schockiert über Gewalt in Plötzensee

Die Gewalt in der JSA Plötzensee entsetzt Justizsenator Thomas Heilmann. Er spricht von einem „besonders schlimmen Fall“. Es werde daran gearbeitet, solche Vorfälle künftig zu verhindern.

Foto: Bernd Von Jutrczenka / dpa

Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) hat besorgt auf die in einem Gerichtsprozess bekannt gewordenen Misshandlungen in der Jugendstrafanstalt Plötzensee reagiert und einen Untersuchungsbericht angekündigt. „Es gibt in meiner Amtszeit einen besonders schlimmen Fall von Gewalt und Nötigung in der Jugendstrafanstalt, der mich schockiert hat“, sagte der Senator. „Dazu gibt es eine laufende Untersuchung und einen ausstehenden Bericht, wie wir solche schlimmen Zwischenfälle zukünftig verhindern können.“

Gericht bemängelte unzureichende Kontrollmaßnahmen

Wie berichtet, hatte im Dezember ein Gericht mehrere Häftlinge wegen Misshandlungen von Insassen verurteilt. Der Richter hatte in diesem Zusammenhang von völlig unzureichenden Kontrollmaßnahmen gesprochen. Die Senatsverwaltung für Justiz hält die Personaldecke in der JSA Plötzensee indes für ausreichend. „Auf 287 Insassen kommen 350 Mitarbeiter, das ist ein gutes Verhältnis“, sagte eine Sprecherin. Gleichwohl würden Verbesserungen bei den Kontrollen und bei der Zusammenarbeit der Mitarbeiter angestrebt. Bereits seit Sommer vergangenen Jahres gebe es eine Kommission, die das Geschehen in den Berliner Gefängnissen anstaltsübergreifend beobachte und Berichte schreibe.

„Lernen, sich gewaltfrei mit anderen zu treffen“

„Wir wollen, dass Strafgefangene schon in den Haftanstalten und nicht erst nach ihrer Entlassung üben, sich ohne Aufsicht gewaltfrei mit anderen zu treffen“, sagte Heilmann. Das funktioniere auch in Zehntausenden Fällen, aber leider nicht in allen. „Wir reagieren auf jeden Zwischenfall in den Haftanstalten mit Sanktionen. Leider sind gerade Jugendliche besonders hitzköpfig.“ Deshalb gebe es dort die meisten Zwischenfälle. Das gelte für Jugendstrafanstalten in ganz Deutschland. Heilmann: „Aber gerade Jugendliche müssen in den Haftanstalten lernen und nicht erst nach ihrer Entlassung."