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Senator Müller glaubt an Erfolg für Volksbegehren Tempelhof

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Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Nach einer ersten Zählung wurden 233.000 Unterschriften für ein Volksbegehren über den Erhalt des Tempelhofer Feldes abgegeben. Initiative und Bausenator Müller glauben an einen Erfolg.

Montagnacht um 24 Uhr endete die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren über den Erhalt des Tempelhofer Feldes. Jetzt meldete sich die Landeswahlleiterin von Berlin mit einer ersten Auszählung zu Wort: Die Gesamtzahl der eingereichten Unterschriften liege bei etwa 233.000.

Damit könnten die Berliner tatsächlich am Ende über die Zukunft des ehemaligen Flughafens Tempelhof entscheiden, denn 174.117 Personen müssen eine gültige Unterschrift abgeben. Von den bisher geprüften Unterschriften waren jedoch bereits fast 18 Prozent ungültig. Dieser Anteil wird sich am Ende wohl erwartungsgemäß noch erhöhen. „Ich kann heute noch nicht sicher sagen, dass das Volksbegehren zustande gekommen ist. Trotz der großen Zahl der eingereichten Unterschriften könnte es noch knapp werden. Genau wissen wir es erst nach der Überprüfung aller Unterschriften“, sagte Landeswahlleiterin Petra Michaelis-Merzbach.

Bis zum 27. Januar haben die Bezirksabstimmungsleiter nun Zeit, alle Unterschriften auszuwerten. Das endgültige Ergebnis wird am folgenden Tag erwartet.

Initiative „100% Tempelhof“ gibt sich siegesgewiss

Julius Dahms, Sprecher der Initiative „100% Tempelhof“ sagte zu diesem ersten Ergebnis: „Wenn wir von 233.000 Stimmen ausgehen, hätten wir das Quorum selbst dann erreicht, wenn jede vierte Stimme ungültig wäre“. Man sei jetzt gespannt auf die Reaktion des Stadtentwicklungssenators Michael Müller (SPD) und der Tempelhof Projekt GmbH. „Wir wollen auf jeden Fall, dass der Termin für den Volksentscheid an die Europawahl gekoppelt wird.“

Der Bausenator regierte auch prompt: „Man kann davon ausgehen, dass diese Stufe genommen wurde“, sagte er am Dienstag nach Bekanntgabe der Zahl eingegangener Unterschriften.

Die ehemalige Spitzenkandidatin der Berliner Grünen, Renate Künast, plädiert für ein gemeinsames Abstimmen am 25. Mai. „Die Menschen wollen nicht, dass über ihre Köpfe hinweg bestimmt wird und der Charakter des Tempelhofer Feldes in Gefahr gerät. Berlin braucht mehr Wohnungsbau, aber nicht ohne öffentliche Debatte“.

Ihre Kollegen, die Berliner Grünen-Vorsitzenden Bettina Jarasch und Daniel Wesener, ergänzten: „Wir rufen beide Seiten auf, kluge Kompromisse zu suchen und nicht auf Maximalforderungen zu bestehen. Michael Müllers Überlegung, einen Teil des Feldes unter gesetzlichen Schutz zu stellen, geht deshalb in die richtige Richtung.“

( jkw )